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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 282 -
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282 in diesem Jahre erklärte der Papst die Compactaten für ungiltig und aufgehoben und verlangte von König Georg, er möge selbst dem Utraquismus entsagen und das Gewicht seiner königlichen Gewalt zur Ausrottung der Ketzerei in allen seinen Ländern gebrauchen. Und da Georg sich weigerte dies zu thun, forderte der päpstliche Legat, welcher nach Breslau gekommen war, alle Unterthanen des Königs Georg auf, ihm den Gehorsam aufzukündigen und sich mit den Breslauern zum Kampfe gegen den Ketzer zu vereinigen. Doch der Religionskrieg brach nicht sogleich aus. Zur selben Zeit gerieth nämlich Kaiser Friedrich III. durch den Aufruhr der österreichischen Stände und der Wiener Bürgerschaft in große Gefahr. König Georg half ihm bereitwillig und ausgiebig im November 1462, wofür das Königreich Böhmen große Privilegien erhielt; die Söhne Georgs wurden zu Reichsfürsten erhoben und die Prager Städte für die treue Hilfe- leistung gegen die aufrührerischen Wiener mit bedeutenden Handelsfreiheiten bedacht. Bei derselben Gelegenheit versprach Kaiser Friedrich III. seinen ganzen Einfluß anzuwenden, um einen Vergleich zwischen König Georg und dem Papst zu Stande zu bringen. Dadurch ward die Gefahr eines Religionskrieges für eine Zeit abgewendet. Als aber Papst Pins II. starb (15. August 1464), gedachte sein Nachfolger Paul II. keinerlei Rücksichten mehr zu üben. Nachdem er die geeigneten Maßregeln getroffen hatte, erließ er eine Vorladung (2. August 1465) gegen König Georg, laut deren dieser binnen 180 Tagen sich vor dem päpstlichen Stuhle stellen und von dem Vorwurf der Ketzerei rechtfertigen sollte. Den vierten Tag darauf bevollmächtigte der Papst seinen Legaten Rudolf, alle Verbündeten Georgs mit den schärfsten Strafen zu verfolgen und alle mit ihm eingegangenen Bündnisse für null und nichtig zu erklären. Kurz darauf entband der Papst die Unterthanen Georgs von dem Eid der Treue. Schon Stil und Form dieser Bullen verkündeten eine unversöhnliche Feindschaft: der König heißt da immer uur „Sohn der Verdammniß, gräßliches Ungeheuer und räudiges Schaf". Vielleicht wäre auch jetzt noch die Gefahr nicht so drohend geworden, wenn im König- reiche selbst nicht eine sehr bedenkliche Spaltung entstanden wäre. König Georg vertrug sich seit längerer Zeit nicht gut mit dem höheren Adel. Die Ursachen waren politischer Art. Die stolzen Herren trachteten nach der Vergrößerung der Machtsphäre der Stände uud Schwächung der königlichen Autorität, und darin wollte Georg nicht nachgeben und gab auch nicht nach. Die Herren traten wiederholt zu Berathungen zusammen und führten Klagen über den König, im Ganzen ohne Erfolg. Daher kam ihnen Podebrads Zerwürfniß mit dem päpstlichen Stuhl gelegen; die böhmischen Herren, der Mehrzahl nach Katholiken, darunter auch Zdenko von Sternberg, nahmen den Glauben zum Vorwand, schlössen am 28 November 1465 auf dem Schlosse Grünberg ein Bündniß gegen ihren
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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