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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 334 -
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334 Heere vom französischen Boden ein, sondern wollte auch in den ungarisch-österreichischen Dingen den Schiedsrichter spielen. Böhmen war damals von Truppen ganz entblößt und bis auf die drei Plätze Prag, Glatz und Eger keine Festung auch nur halbwegs wider- standsfähig. Deshalb suchte der Kaiser, sonst sehr empfindlich und zur Wahrung seines guten Rechtes stets entschlossen, den König von Schweden durch gütliche Verhandlung, die Graf Johann Wratislaw führte, zu beschwichtigen, was auch glücklich gelang. Wurde auch Josef I. durch die großen Welthändel vollauf in Anspruch genommen, so ließ doch der thatkräftige Fürst so manche Spuren seiner auch auf das Wohl seiner Länder gerichteten Fürsorge zurück. Es war des jungen Herrschers fester Entschluß, die in seinen weiten Landen schlummernden reichen Kräfte zu wecken und zu entwickeln und dadurch die Machtstellung Österreichs fester zu begründen. Dabei entging es seinem Scharfblick nicht, daß hierfür ein inniges Vertrauensverhältniß zwischen Regenten und Unterthanen von größter Wichtigkeit sei. Was nun Böhmen betraf, so hatte schon 1648 Ferdinand III. streng verboten, den Prägern ihre Theilnahme an dem Auf- stand von 1618 weiter vorzuwerfen. Wie damals Prag, so hatte seitdem das ganze Land unausgesetzt neue Beweise seiner Treue und Opferwilligkeit gegeben. Deshalb verbot Kaiser Joseph am 26. September 1709 „alle Vorrückung jenes längst vergessenen Fehlers"; sowie die akatholische Religion der katholischen, so seien im Lande die rebellischen Personen und Geschlechter anderen gewichen, die mit der Empörung nichts gemein hätten, auch seien ja ganze Commuuitäteu, wie das Prager Domkapitel, die Städte Pilsen, Pilgram, und viele Geschlechter an der Rebellion gar nicht betheiligt gewesen. Da die Erneuerte Landesordnung den Verhältnissen nicht mehr entsprach und unter stetem Hinweis auf die vorausgegangene Erhebung und ihre blutige Niederwerfung erlassen war, so wurde eine Commission zur Ausarbeitung einer neuen Landesverfassung ernannt, welche den zeitgemäßen Ansprüchen des Monarchen und den Wünschen und Gerecht- samen des Landes gleichmäßig Rechnung tragen und, weil unter dem Zuthun beider entstehend, zugleich ein letztes formelles Zeichen der völligen Aussöhnung der Dynastie mit dem einst revoltirenden Theile ihrer böhmischen Unterthanen sein sollte. Die Com- mission hat jedoch ihre Arbeiten erst lange nach Josefs I. Tode vollendet. War es auch Josef I. nicht vergönnt, dieses Werk wie manches andere zu Ende gebracht zu sehen, so gelang ihm um so vollständiger die Wiedergeltendmachung der böhmischen Kurrechte, um die sich schon sein Vater bemüht hatte. Mit Recht hielten die österreichischen Herrscher stets daran fest, daß die Kaiserwürde bei ihrem Hause bleibe. Zwar sahen sie sich dadurch immer wieder genöthigt, für die Erhaltung des Reiches mit den eigenen Kräften einzutreten, aber anderseits waren die Vortheile, welche das deutsche Kaiserthum gewährte, ebenfalls sehr bedeutend und fanden die Kaiser in den Bedrängnissen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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