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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 382 -
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382 eindringen. Dem PräHistoriker könnte eine ordentliche Durchforschung der Bevölkerung in den einzelnen Gegenden viel erzählen. Es möchte sich hier dann nicht blos um physische Unterschiede zwischen der eechischen und deutschen Bevölkerung handeln, sondern auch um die Constatiruug der Unterschiede zwischen den verschiedenen Gegenden mit ursprünglicher eechischer Bevölkerung. Es steht wenigstens fest, daß ein erfahrener Mann, der das cechische Volk gut kennt, sehr gut eiuen Unterschied macht oder sich dessen wenigstens bewußt ist, daß ganz anders ein Bauer aus der Umgebung des Georgsberges, ganz anders der Gebirgsbewohner im Riesengebirge, anders die Bevölkerung im Böhmerwalde aussieht, daß der Typus von Tabor sich von jenem von Strakonitz unterscheidet n. s. w. Für den Anthropologen entsteht hier das Problem, ob diese Unterschiede sich erst entwickelten, als das einheitliche cechische Volk das ganze Land besetzte, durch den Einfluß verschiedener Milliens, in denen in verschiedenen Gegenden das Volk lebte, oder ob dieselben auch ohue diesen secundären Einfluß schon früher begründet waren. Es ist durch neuere geschichtliche Forschungen festgestellt, daß die slavische Bevölkerung Böhmens ursprünglich nicht einen einzigen Stamm bildete, sondern aus mehreren Stämmen bestand, unter denen der Stamm der Cechen im Laufe der Zeit die Herrschaft über die andern erlangte, sie zu einem Staate vereinigte uud allen seinen Namen gab. Weiter ist es wahrscheinlich, daß nicht alle diese Stämme auf einmal hierher kamen, sondern daß schon früher ein Theil derselben das Land besetzte, daß also manche Stämme hier längere Zeit hindurch in einem anderen Millien lebten als die anderen slavischen Stämme, daß sie sich mit anderen Völkern berührten und vermischten, und daß also die Möglichkeit nicht aus- geschlossen ist, daß sich in jener Zeit, in welcher das ganze Land von Slaven bezogen wurde, die verschiedenen slavischen Stämme bereits auch Physisch vou einander unterschieden. Verschiedene, bis jetzt freilich vou Laien angestellte Beobachtungen sprechen wenigstens dafür, daß Spuren jener ursprünglichen Verschiedenheit der eechischen Stämme in der böhmischen Bevölkerung sich heute noch erhalten haben. Wenn es wahr ist, was z. B. Dr. I. Plc erzählt, daß sich die Bevölkerung in der Gebirgsgegend am nördlichen Laufe der Jfer und Cidlina bedeutend von dem Volke im Südwesten unterscheidet, und zwar nicht blos durch die körperliche Erscheinung, sondern auch durch seine Bräuche, seine Tracht, Bauart, ja sogar auch diabetisch, dann ist die Ansicht sehr wahrscheinlich, daß diese zwei verschiedenen Gruppen der Bevölkerung uns vielleicht zwei verschiedene ursprüngliche slavische Stämme repräsentiren: die Ehorvaten am Fuße des Riesen- gebirges und die an der mittleren böhmischen Elbe wohnenden Psovanen, welche nach den Nachrichten des Annalisten Eosmas in diesen Gegenden ansässig waren. Im Norden herrscht angeblich ein hoher, schlanker männlicher Schlag mit langem Gesicht vor, die Weiber dagegen zeigen einen kleinen Wuchs. Bei beiden sind blaue Augen nnd lichtes oder
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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