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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 446 -
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446 im Wirthshaus oder beim König, legen alle eine ritterliche Rüstung von Fichtenrinde an, setzen sich Mützen (dem König eine Krone) von Fichtenrinde auf, schmücken sich mit Blumen und nehmen hölzerne Schwerter in die Hand, und so gerüstet ziehen sie im Dorfe herum, für ihren König Gaben sammelnd. Schließlich stellen sie sich auf dem Dorfplatz auf, und einer von ihnen, der sogenannte „Ausrufer", besteigt einen erhöhten Ort uud improvisirt auf jedes Haus und dessen Bewohner Lob- oder Spottverse, wozu die versammelte Hirten- sippschaft mit lautem Halloh ihre Zustimmung ertheilt. Nach Erbens Beschreibung wird im Budweiser Kreis die Wahl des Hirtenkönigs zu Pferde aufgeführt. Der neue König reitet mit neun Gefährten auf den Damm zum Teiche; hier steigen sie ab, der König stellt sich auf die Schleuse, und einer von den Gefährten schlägt ihm die Krone vom Haupte ab, so daß sie ins Wasser fällt. Der König springt der Krone nach, taucht einigemal unter, wodurch das Wasser, welches bisher „räudig", das heißt schädlich war, geweiht wird, die übrigen werfen dem König ihre Holzsäbel nach, welche der König aufgreift und auf einen nicht leicht zugänglichen Ort wirft. Daun erfaßt der König seine Krone, setzt sich dieselbe auf den Kopf, und während jeder nach seinem Säbel sucht, entkommt er aus dem Wasser, besteigt eiligst sein Pferd und rennt einem bestimmten Ziele zu. Wenn es ihm gelingt, das Ziel zu erreichen, bevor ihn die übrigen einholen, so fällt ihm ein bestimmter Preis zu. Dann zieht er trockene Kleider an und die Gefährten führen ihn mit Musik im Dorfe herum. Hierauf folgt die oben erwähnte „Ausrufung". An demselben Tage nachmittags gehen neun Mädchen von Haus zu Haus und führen die Königin (krälovna), welche mit einem Blumenkranze und farbigen Bändern geschmückt ist, mit sich, wobei sie singen: Aase kralovna bosa ekoäl, Barfuß geht unsre Königin um, sve k!16 noTiek)' v rose droäi; prosirne, tzaäaine Näßt ihre Füßlein im Thau: Um eine Gabe bitten wir Für unsre arme Königsfrau. Die Königin wird gewöhnlich durch das kleinste Mädchen dargestellt, welches die übrigen unter sich so verstecken, daß man es nicht sieht. Und wenn dann nach beendigtem Liede die Hauswirthin fragt: „Und wo habt ihr die Königin?", treten die Mädchen auseinander, die Königin tritt hervor und dreht sich einigemal im Kreise um. Mitunter wird die Königin auch von einem König, nämlich einem als König angekleideten Mädchen, mit einer goldenen Papierkrone und einem Holzsübel, begleitet. Das Frohnleichnamsfest (slavnost Lo/Üko 1'öla) hat eine blos kirchliche Bedeutung. Eine feierliche Procession, an welcher sich die Behörden, die Schuljugend und die Zünfte mit ihren Fahnen betheiligen, zieht zu vier zu diesem Zweck nach den vier
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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