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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 484 -
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484 widmete sein ganzes Dichten und Trachten dem Vaterland. Kollär, Jungmann, Safarik und Palacky waren sein Muster und nach ihrem Vorgang wendete er sich gänzlich der cechischen Sprache, Literatur und Geschichte zu. Im Jahre 1829 erschienen die ersten Versuche Sembera's im Musejnik, und von dieser Zeit an gehörte er zu der damals noch kleinen cechischen Schriftstellerschaar. In Prag absolvirte er Ins und ging nach Brünn, wo er begeistert ans Werk trat, an das Studium des gemeinen Volkes, also auch seiner Sprache. Vsimäni moravcinx (1831) im Cechoslav bildet den ersten Anlauf zu seinen späteren dialectischen Studien. Zehn Jahre wirkte er mit Wort und Schrift in Brünn an der Würdigung und Erhebung seiner Muttersprache, als ihm ein neues Gebiet zur Wirksamkeit in Olmütz eröffnet wurde: er wurde nämlich am 5. December 1839 als Professor der böhmischen Sprache und Literatur an der ständischen Akademie ernannt. Sein lange schon gehegter Wunsch wurde erfüllt, er konnte sich von dieser Zeit an ganz und ausschließlich seinen geliebten Studien, der Philologie und Ethnographie widmen. Auf einer Ferien- reife (1841) in Böhmen, Mähren, Schlesien und Niederösterreich widmete er seine Aufmerksamkeit außer der Topographie auch dem Studium der Volkssprache; neben der ethnographischen studirte er auch die dialektische Grenze und kehrte mit reicher Ausbeute heim. Im nächsten Jahre (1842) erschien im Musejnik der Aufsatz moravsk^ v pruskem 3Ie?sku als erster Versuch, die cechische Volkssprache zum Gegenstand eines ernsten Studiums zu erheben. In gleicher Richtung bewegt sich auch 0 Llovemseli v Oolniek Hakvusieti (1844) und die gleich darauf erschienene Historie a, topoxratiekö popsüni Vzss. U M , wo er den ostcechischen Dialeet kurz skizzirt. Im Jahre 1847 kehrte Sembera nach Brünn zurück, im Jahre 1849 wurde er in die Commission für Über- setzung der Gesetze in die böhmische Sprache nach Wien berufen nnd bald darauf zum Leetor der böhmischen Sprache und Literatur an der Universität zu Wien ernannt. Hier gab er seine DHinz? reei a liwratur^ eeskoslovensks heraus; da er iu denselben einige Fragen ganz nach eigenen Ansichten behandelte und zuletzt auch einige Sprachdenkmäler als Falsifikate bezeichnete, zogen manche seinen Patriotismus in Zweifel. Mit seinen Sprachstudien ist die /eine inoravsks eng verbunden als Vorläuferiu seiner Täklaäove ckialskwlo^ie eeskoslovensks (1864), welche mit Unterstützung der kaiser- lichen Akademie der Wissenschaften zu Wien herausgegeben wurde. Die Kritik hat an letztgenanntem Werke manches ausgesetzt, doch läßt sich sein großer Werth nicht in Abrede stellen, da der Verfasser zum erstenmale alle slavischen Sprachen mit Zugrundelegung einer Erzählung gegenüberstellte und ein neues bisher unbekanntes Bild der cechisch- slovakischen Dialeete eonstruirte, so daß es als Substrat zur wissenschaftlichen Dialectologie dienen konnte. In der cechischen Dialectologie wird das Werk für immer eine wichtige Stelle behaupten nnd Sembera als der erste wirkliche Dialectolog in Böhmen gelten.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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