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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
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490 Nicht weniger interessant sind die häufigen Änderungen der Vocale. So wechselt man gern a, c> mit e, welches entweder sehr fein mit einem Nachklange von a lautet ääm, dät se, mäsv oder ganz klar als e sich kundgibt: v?el, tek^, ä^'i. Ein klingt in manchen Wörtern hart und ist dann einem dunklen e ähnlich: mF, IcobM, d^I. Diese Aussprache habe ich schon bei Hndlitz und anderswo wahrgenommen. Der Umlaut des Stammvocals kommt nur iu langen Silben vor: votri's se, omil se, pril, co se tc> <ZiIo und andere. Ein e überhaupt im Zeitwort wechselt mit i (!) ab: sIMI, ÄiÄlA, veäili — 60 neäöli, äc> strä^i (dieses schon bei Pilsen) n. a.; i wird eingeschaltet kribet, ktibitov (oder blitvv), oder läßt man es aus seüee, pZenee. Früher sprach man fast immer ü statt ou aus, aber jetzt findet man eine große Verwirrung, welche die in der Schule gebildete Generation noch vermehrt: küssk, cllüke^, pliäü k nam, stoäolü, und wieder ou statt u: olinoul, seknoul und sonst. Dasselbe merkt man schon in Vranova bei Pilsen, etwas davon auch in Pilsen. Einsilbige Wörter wie täm, späl, pücl, 6nes, sowie auch die Participien activi, neckäl, kopäl werden gedehnt. Aus der Declination könnte man hervorheben clukom, äetom (auch äetum), licom, vöcom, was man schon auch östlicher hört, dann kolenoma, prsoma u. s. w. Die Hauptmerkmale des Tauser Dialectes kann man auch in seinem Zweige — dem Chodover Unterdialect finden. Dazu kommen aber noch andere, so daß die Choden eben so in der Sprache, wie auch — wenigstens theilweise — in Tracht, Sitte und Körperbau sich dem Beobachter verschieden zeigen. Sie sind nämlich ein Rest der alten Grenzwache an dem Landesthor von Taus. Die Nachkommenschaft der alten Choden findet man noch in Klenc und etlichen Dörfern bis zu Neugedeiu (dies ausgenommen), und zwar zu Melhut, Putzerried, Klicov, Mräkov, Tilmitschau, Drasenan, Anjezd, Hochwartel, Choden- schloß, Weigelshof, Possigkan. Sie hatten ihr eigenes Schloß in Taus, ihre Privilegien und ihre Fahne, auf der als Wappenzeichen ein Hundskopf war; von diesem Zeichen wurden sie psoklavei, das heißt Hundsköpfe benannt. Heutzutage rechnet man zu ihnen noch Luceuc, Petrovitz, Havlovitz, Parezov, Babylon, Hochofen, Knbicen, Nevolitz, Smolov, Spänov und Pazezuitz und nennt sie Luläci, das ist die dul-Sprechenden. Wie ihre Tracht, so erlitt auch ihr Dialect mit der Zeit manche Einbuße. Vieles hat die Schule, der tägliche Contact mit Taus und den Nachbarörtern, sowie auch die Armuth, welche sie aus dem Hause in die Fremde treibt, verwischt. Die Choden lieben bis jetzt s, u, wo in andern Dialecten e, cm gefunden wird, so: Iiuliea, kudeläl, slcutiea, v^ekluclnü, Zel Iilsiiilt Iuil.iv, laknüt (schlagen), küsek kc»8ili; auch u statt 0 ist geläufig, so: rostü — /arustl^, skuticu, kluZpeiic (Ronsberg), dramduiy Icvitnü, püval, pünedi. Man kann aber keine allgemeine Regel daraus bilden. Eigenthümlich ist das Verhältniß zwischen e und i. Für die Fälle, wo man e statt i oder
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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