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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 498 -
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498 sich streckenden Flußgebiete der Eger, dem eigentlichen Egerlande; an dieses schließt sich, der natürlichen Gliederung nach, das Mittel-Egergebiet, der Saazer Hopfengau mit dem Hauptstock des Erzgebirges an. Der Endlauf der Eger führt uns ins deutsche Elbegebiet, in die Elbe-Landschaft (im Volksmunde an derMittel-Eger das „Nieder- land" genannt), in den Leitmeritzer, Leipa- und Tetschuer Gau. Den Grenz- gebirgsausläufern nachgehend und von der Wasserscheide uns uach Nordost und Osten wendend, gelangen wir über die Rnmbnrger und Warnsdorfer Grenzausbuchtung an Zwickau und Grottau vorüber in das Friedländer Gebiet und den Jeschken-Jser- Gan mit Reicheuberg als herrschendem Mittelpunkt. Ost- und südostwärts weiter- schreitend, gelangen wir zum Riesengebirge mit dem dichtbevölkerten, reichcnltivirten Ober-Elbe-Gau und südwärts vorrückend zur Braunauer Grenzbucht, dem sogenannten „Braunauer Ländchen" bis zum Adlergebirge, wo sich der geschlossene deutsche Grenzring auflöst und in den einzelnen verstreuten Sprachbuchten und Sprachinseln von Grnlich-Senftenberg, Landskron und in der von Mähren herübergreifendenJglaner Einbuchtung endet, jedoch durch die zum Theil noch mit Deutschen bevölkerten Gebiete von Neuhaus, Bystritz und Wittingan die Verbindung mit dem deutschen Süd- böhmen und dem Böhmerwalde nothdürftig noch aufrechterhält. Es ist eine in der Natur begründete Erscheinung, daß sich der Volkscharakter in den Gebirgsgegenden, hier und da auch iu einzelnen, mehr für sich abgeschlossenen Flach- landgebieten eigenartiger, selbständiger entwickelt als in den dem Verkehr nach allen Seiten offenen und von regen Wechselbeziehungen mit den Nachbarn mehr beeinflußten Landstrichen. Solcher Gaue gab es in Deutschböhmen bis in die letzten drei Jahrzehnte noch manche, die seither infolge des stetig sich ausbreitenden Eisenbahn-, Handels- und Jndnstrieverkehrs aus ihrer Abgeschlossenheit herauszutreten veranlaßt wurden. Vor Allem ist hier das Egerlaud, Mittel-Egergebiet und Erzgebirge ins Auge zu fassen. Im Egerlande (Ober-Egergebiete) trugen ebensosehr die an sich ziemlich abgeschlossene geographische Lage als die ganze geschichtliche Entwicklung und Stellung dieses Gebietes mit seiner einstmals selbständigen freien Reichsstadt Eger zur Ausbildung der stark hervor- tretenden Eigenart dieses Landes- und Volkstheiles bei, der mit Rücksicht auf seine vor anderen hervorragende politische und culturgeschichtliche Vergangenheit bis in die neue Zeit an einem stark ausgeprägten heimatlichen Sonderbewußtsein festhielt. Der Egerläuder Bauer und zum Theil auch der Bürger gehört bis heute, obschou seit Jahrzehnten die Dampfbahnen auch das Egergebiet durchkreuzen und der sich stetig mehrende Besuch der weltberühmten Badeorte Nordwestböhmens, sowie der damit verbundene große Fremden- verkehr unablässig zur Culturausgleichung und Unisormirung auch dieses Gaues beigetragen haben, noch immer zu den eigenartigen Volksgestalten.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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