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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 524 -
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524 (B'fchaai, Ober-Egerland), durch die „Hochzattsbrocku" (Saazerland), das „Mitgebringe" (Elbe-Niederland, Aussig), das „Hickeln-Schicken" mit Hochzeitsbissen (Reichenberg, Jsergebiet). Nach dem Hochzeitsmahl beschließt der Tanz, den meist der Brautführer mit der Braut eröffnet, den ersten Hochzeitstag. Zu den beliebtesten Tänzen gehörte hierbei im Ober-Egerlande der „Trischlag", der abwechselnd im Zweiviertel- und Dreivierteltact getanzt wurde; im Saazer Flachlande, an der Mitteleger, im Dnppaner und Erzgebirge tanzte man den „Schleifer" (Walzer) und „Hopser" (Galopp, auch Ausdruck für „Tanz" überhaupt), im Reichenberger Gau den „Hoppich" (Walzer) bei solchen Gelegenheiten am liebsten. Im Riesengebirge war der Ehrentanz, den der Angesehenste der Gesellschaft über Aufforderung des Plumpatschs mit der Braut einst zu tanzen pflegte, ein „Buschkaraute" genannter Mennettanz. Im übrigen wurde ebenfalls das Walzen, „Deutschtanzen" bevor- zugt. Zuweilen schon am Vortag, in der Regel aber am ersten oder zweiten Hochzeitstag wird die Brautausstattung in das neue Eheheim geschafft. In Alt-Reichenberg geschah dieses dort sogenannte „Brautbetten" meist schon vor der Hochzeit, indem die Freundinnen der Braut in der abendlichen Dämmerung in geschlossenem Zuge Geschirr, Wäsche und die blüthweißen Brautbetten ins Bräutigamhaus übertrugen und dabei, sollte die Ehe glücklich werden, ja uichts zur Erde fallen lassen durften. Ein ähnlicher Brauch herrschte auch in der Stadt Plan (Egerlandgebiet). Zu einer richtigen Bauernhochzeit im Eger- und Elbegebiete gehörte stets der Kammerwagen (Plunnawogn) oder das „Brautfuder" (Niederelbe). Seine Hauptstücke bestanden seit langem in dem mehr minder bunt ausgestatteten Bettgeräth, der geschmückten Wiege, dem Backkübel und Spinnrocken, an dem gewöhnlich eine „Tnatn"-Fran oder Kranzeljungser während der Fahrt spann, dazu die großen mit Blumen u. s. w. bunt- bemalten festen und oft kunstvoll beschlagenen Wäschetruhen und Schränke (auch ein Korb mit Seife und Schuhwerk durfte nicht fehlen) und zu oberst als Wichtigstes: die zahlreichen strotzenden, festlich mit Schleifen und Seidenbändern geschmückten Braut- betten, der Stolz jeder echten Bäuerin! Die Spitze und Krone bildet in der Regel das sogenannte „Tnatkissen" oder „Zöllerl", mit Amuletten behängt und mit Bändern geschmückt. Die Tauf- und Firmpathinnen der Braut „die Tuatn" sitzen obenauf und werfen Backwerk und Kleingeld aus. Ein stattliches Ochsengespann, bei reicheren Hoch- zeiten stets ein Viergespann, mit Klingrollen und Bändern reich geschmückt, zieht im Ober-Egerlande den Plunderwagen unter Musikklängen und Jauchzen der Burschen ins neue Haus. Im unteren Eger- und Elbegebiete siud schöngeschirrte stattliche Rosse vorgespannt und der Brautführer oder die „Salzmäste" rühren während der Fahrt fröhlich das große Butterfaß. Auch dem Kammerwagen wird durch Bänder- und
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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