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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 227 -
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227 weitgehende Förderung, als nach der Errichtung des Erzbisthnnis Prag 1344 für die Leitung des schon seit 1341 geplanten Dombaues ans Avignon der Meister Mat th ias von Arras berufen wurde, der bei der Ausführung des großartigsten Kirchenbaues im Lande die beste Gelegenheit fand, die an verschiedenen Orten zu Tage getretenen französischen Einwirkungen in einer bestimmten Richtung zu coucentriren und die Aus- bildung einheimischer Arbeiter im Sinne der französischen Gothik nachdrücklichst zu beeinflussen. Da Matthias nicht nur den Prager Dom im französischen Kathedralen- systeme auszuführen begann, sondern auch bei der ihm wahrscheinlich gleichfalls über- tragenen Anlage der berühmten Burg Karlstein offenbar in der Papstburg zu Avignon, einer ähnlichen Vereinigung gottesdienstlicher Räume mit einem Residenzbau, einen französischen Bau zum Vorbild gewählt hatte, so waren die Bedingungen für das Weitergreifen und Einwurzeln der französischen Auffassung die denkbar günstigsten, zudem letztere auch auf dem Gebiete des Erzgufses, der Buchmalerei und des Kunstgewerbes, in Kleidertracht uud Sitte des mit dem französischen Königshause regen Verkehr und innige Beziehungen unterhaltenden Hofes hervortrat. Hätte Matthias von Arras länger gelebt und in Böhmen die Ausführung der größten Kirchen- und Profanbauten geleitet, so wäre die Bankunst des Landes zweifellos vorwiegend von französischen Einwirkungen abhängig geblieben, die bis in die ersten Regierungsjahre Karls IV. mit maßgebender Stellung andauerte!?. Die Erweiterung der Machtsphäre des böhmischen Königs, dessen Ansehen durch Erlangung des deutschen Kaiserthums ungemein gestiegen war, änderte so Manches in der bis dahin festgehaltenen Sonderstellung Böhmens. Karl IV. mußte bei den zahlreichen Anlässen, die sein persönliches Eingreifen in den verschiedensten Theilen des deutschen Reiches erforderten, bei seinen oftmaligen in Ausübung seiner Herrscherpflichten unter- nommenen Reisen, bei der damit verbundenen Erledigung der mannigfachsten Geschäfte im unmittelbaren Verkehr mit den Parteien vielfach andere Anschauungen gewinnen, als früher durch seine innigen Beziehungen zu dem seine Erziehung bestimmenden und ihm verwandschaftlich verbundenen französischen Hofe vermittelt wurden. Traten jetzt durch drei Jahrzehnte die Verhältnisse zum deutschen Reiche vollständig in den Vordergrund seiner Thätigkeit, so mußten die Wahrnehmungen, welche Karls praktischer Verstand und scharfes Auge dabei machten, auch dem Kuustlebeu Böhmens nene Einflüsse vermitteln. Prag hatte nicht nur als Sitz eines Erzbischoss und der ersten im deutschen Reiche begründeten Universität, sondern anch als Residenz des damals angesehensten europäischen Herrschers au Bedeutung gewonnen; hier mnßte die gesteigerte Entfaltung kirchlicher Pracht, das Herbeiströmen Wissensdurstiger aus verschiedenen Ländern und die kaiserliche Hoshaltnng zunächst eine Steigerung der Kunstthätigkeit herbeiführen. 15*
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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