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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 230 -
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230 Details für den Präger Dombau nachweisbar sind und von dem Musterbau eiueu Schluß auf den allgemeinen Brauch ermöglichen Administrative und technische Leitung waren geschieden. Erstere fiel dem Baninspeetor uud dem ihm beigegebenen Bauschreiber zu, die alles Erforderliche zu beschaffen und die Auszahlung vorzunehmen hatten, indeß ein Aufseher mit einem Diener die Instandhaltung der znr Hüttenarbeit nöthigen Werk- zeuge besorgte. Die Bauhütte selbst unterstand dem technisch-geschulten Baumeister, als dessen Stellvertreter in der steten Beaufsichtigung der in der Hütte hergestellten Arbeiten der Parlier eintrat. Zum Hüttenverbande zählten nur Steinmetzen, die nicht im Taglohn, sondern im Aceord nach dem bis auf den Zoll abgemessenen Stück gezahlt wurden; für die verschiedenen Stücke waren entsprechend der Verschiedenheit der erforderlichen Arbeit bestimmte Lohnsätze vereinbart. Maurer, Schmiede, Zimmerleute, Handlanger und andere Hilfskräfte wurden gesondert entlohnt. Der Steinmetz verdiente wöchentlich durchschnittlich 30 bis 40, der Maurer 12 bis 16, der Zimmergeselle 12 bis 18 Groschen. Für jeden, auch den geringsten Handgriff wurde gezahlt und bei besonderen Anlässen ein Trinkgeld, im Sommer außerdem das Badegeld ausgeworfen. Die Sommerbauperiode, in welche die Hauptarbeit fiel, reichte von Petri Stuhlfeier (22. Februar) bis spätestens zum Gallitag (16. Oetober). Welche bedeutende Summen bei großen Betrieben verausgabt wurden, zeigen die überaus sorgfältig geführten Rechnungen des Prager Dombaues, bei welchem von 1372 bis 1378 durchschnittlich 120.700 fl. ö. W. im Jahre gebraucht wurden. Bei der ungemein regen Bauthätigkeit, die gerade unter Karl IV. sich im ganzen Lande entwickelte und durch den Kaiser, den Adel, die Geistlichkeit und den Bürgerstand die nachdrücklichste Förderung erfuhr, bleibt es von besonderer Bedeutung, die Richtung genauer zu bestimmen, welche die Gothik in Böhmen unter so günstigen äußeren Verhält- nissen einschlug und weiter verfolgte. Die bedeutsame, fast episodenartige Epoche des unmittelbar französischen Einflusses endete unerwartet rasch mit dem Tode des Matthias von Arras und wurde durch die Anschauungen der deutschen Gothik abgelöst, welche das der gleichen Quelle ent- sprießende System in einer dem deutschen Geiste mehr zusagenden Art weiter ausgebildet hatte. Karl IV. hatte auf seinen mannigfachen Reisen in Deutschland ihre bedeutendsten, damals noch im Betriebe stehenden Schöpfungen kennen gelernt und persönlich die Berufung des P e t e r P a r i e r von G m ü n d in Schwaben, welcher in der so wichtigen Kölner Hütte herangebildet worden war, für den Prager Dombau vermittelt. Da der Genannte außerdem mit der Erbauung der herrlichen Moldaubrücke in Prag, des Chores der Allerheiligenkirche anf dem Hradschin und der Bartholomänskirche in Kolin, der Karlshofer Stifts- und der Prager Teynkirche, sowie der Kuttenberger Barbarakirche betrant wurde, also gerade die künstlerisch bedenteudsteu und wichtigsten Bauten leitete,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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