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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 232 -
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232 Denn bis 1397 führte Peter Parier die Leitung des Dombaues, die dann unmittelbar auf seinen Sohn Johann überging, während noch wenige Jahre früher die Prager Malerzeche durch die auffallend zahlreiche Znwauderuug und Niederlassung deutscher Maler einen stattlichen Zuwachs erhielt. Gleichzeitig bereitete sich aber allniälig ein Umschwung vor, der die aus den Einheimischen hervorgegangenen Arbeiter langsam und seit dem Beginn des XV. Jahrhunderts immer stärker in den Vordergrund treten ließ. Für den König arbeiteten nun einheimische Architekten und Buchmaler; Prager Meister cechischer Herkunft, wie zum Beispiel Peter und Ulrich Lutka, traten bei der Banführnng Prags und der Landstädte mehr hervor, Christian von Prachatitz fand bei den Bauten in Budweis, Heinrich von Neuhaus als Meister der Steinmetzkunst in Pilsen, Johann, der Nesse Meisters Stanek, bei der Eiuwölbuug der Pfarrkirche in Krnman lohnende Beschäftigung. War auch vielleicht einer oder der andere noch von Peter Parier oder von anderen, durch diesen herangebildeten Meistern unterwiesen worden, so daß eine gewisse gemeinsame Grundlage immer vorhanden war, so kehrte er doch als Meister in seinen Arbeiten gewisse selbständige Züge hervor, da ja die Angehörigkeit zu einer Schule keineswegs schon sclavische Nachahmung einer ganz bestimmten Richtung verlangt. Allerdings fehlte es an einer in genialer Auffassung dem Peter Parier gleichen Persönlichkeit, welche die Regungen stilistischer Selbständigkeit in ein abgeschlossenes System gebracht und an großartigen, allgemeine Aufmerksamkeit erregenden Bauten so verkörpert hätte, daß davon gleiche Anregungen wie von den Werken des großen deutschen Meisters ausgehen konnten. Übrigens hielten zweifellos bis zum Ausbruch der Hufiteukriege die durch Peter Parler großgezogenen Anschauungen an vielen Orten vor, da ja die damals gerade in Thätigkeit stehende oder tretende Künstlergeneration uumittelbar oder mittelbar von denselben beeinflußt war. Denn mit dem Tode des Meisters und dem l406 erfolgten Hinscheiden seines Sohnes Johann war nicht jede Nachwirkung der bis dahiu tonangebenden Richtung vollkommen abgeschnitten. Aber die allgemeinen Verhältnisse des Landes waren einer Weiterentwicklung derselben nicht günstig. Während die aus der Parler'schen Schule hervorgegangenen, beim Straßburger Münsterbau sagenhaft auftaucheudeu „Junker von Prag", sowie die in Wien arbeitenden Steinmetzen Jeny von Prag und Hans von Prachatitz oder der Meister Wenzel von Böhmen beim Regensburger Dombau den Ruhm der Prager Architektenschule an verschiedenen Orten Deutschlands zu Ehren brachten und gerade in ihrer auf dem Boden deutscher Gothik wurzelnden Ausbildung natürliche Anknüpfung an die Fortführung bereits begonnener Werke saudeu, verloren in Böhmen selbst bereits die deutschen Meister, wie dies auch aus deu Aufzeichnungen der Prager Malerzeche ersichtlich ist, gegen die aus der slavischen Bevölkerung hervorgegangenen Arbeitskräfte immer mehr Boden. Im letzten Jahrzehnt der Regiernng Wenzels IV. gewann die Richtung der letztgenannten Baumeister bereits
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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