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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 258 -
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258 niedrigen Spitzbogenportals der Südseite. Die Anlage hielt sich in bescheidenen Grenzen und die Ausstattung blieb einfach. Fast dieselbe Eintheilnng wie die Skntscher Spitalskirche zeigt die derselben Bauperiode angehörende Kirche in Koci, in deren gleichgegliedertem Presbyterium den Eselsrücken der Sacramentshäuscheuumrahinung zwei in Kreuzblumen schließende, mit derben Krabben besetzte Fialen flankiren. Der spitzbogige Westeingang zeigt die Jahreszahl 1397. Der hölzerne Oberbau des gewölbten Presbyteriums, die Holzdecke des Schiffes uud der im Blockverbande ausgeführte Westthurm, zu welchem eine gedeckte Brücke hinüberführt, ist jünger, weshalb das Denkmal nicht, wie es meist auch mit der bekannten Braunauer Friedhofskirche geschehen, als Holzbau der luxemburg'scheu Zeit aufgeführt werden darf. Derselben gehört nur der steinerne, ursprünglich ganz gewölbte Unterbau an, dessen Übereinstimmung mit der in Skntsch eingehaltenen Anordnung, falls sie nicht aus dem soust ziemlich verbreiteten Typus der Anlage kleiner Landkirchen sich ergab, auf die Beschäftigung desselben Meisters, des Peter Lntka aus der Prager Neustadt, deuten würde. Letzterem wurde wahrscheinlich auch die Erbauung der durch ihre Wandmalereien interessanten Kirche in Libisch übertragen, die nur wenige Jahre vor dem Bau in Koci vollendet wurde. Die Presbyterinmsanlage des einschiffigen, heute wie in Koci mit flacher Holzdecke im Langhause ausgestatteten Kirchleins stimmt vollständig mit den beiden zuletztgenannten Denkmalen überein und zeigt bei sonstiger Einfachheit in den Profilirnngen und der Cousoleubehaudlung einen manchmal originellen Zug derben Geschmacks. Der Bau gewinnt auch dadurch an Interesse, daß Peter Lntka bei Übernahme anderer Kirchenanlagen vertragsmäßig zur Nachbildung gewisser Details der Libischer Anlage verpflichtet wurde. Soweit sich die Thätigkeit Peter Lutka's, der wahrscheinlich einige Zeit auch in königlichen Diensten stand, niit urkundlicher Sicherheit verfolgen läßt, erstreckte sie sich vorwiegend auf die Ausführung kleinerer Bauten und entwickelte offenbar kein so abgeschlossenes, künstlerisch bedeutsames System wie die Peter Parlers, wenn sie auch vielleicht zahlreichere Objecte umfaßte. Nächst Peter Lutka erhielt am Ende des XIV. und am Beginn des XV. Jahrhunderts der Prager Steinmetz- und Maurermeister Nikolaus Plik die meisten, vorwiegend Profanbauteu geltenden Aufträge in der Landeshauptstadt und auf dem Lande; so stecken z. B. in dem Schlosse Worlik, wohin Peter Zmrzlik von Svojsin den Genannten berief, sicher hente noch einige, allerdings nicht näher bestimmbare Reste der Arbeit dieses Meisters. In Prag, wo die bei dem Ausbruch der religiösen Streitigkeiten bald bekannt gewordene Betlehemskirche nur in bescheidenen Dimensionen am Schlüsse des XIV. Jahr- hunderts vollendet wurde, erregte die auf der Prager Neustadt erbanteFrohnleichnams- kapelle durch die ganz abweichende Form allseitiges Aufsehen. Der von der Prager Frohnleichnamsbrnderschaft 1382 begonnene Ban, der 17!11 gänzlich abgetragen wurde,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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