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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
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260 Die Rcgierungsepoche der drei ersteil Könige aus dein Hause Luxemburg füllt ein ungemein wichtiges Blatt in Böhmens Architekturgeschichte. Verschiedeue Einflüsse lassen sich nachweisen, bestimmte Richtungen scheiden. Ein Zug der Monumentalität trägt besonders die unter fremden Einwirkungen entstandenen Werke, Einfachheit uud meist Beschränkung auf das Nöthige die Leistuugeu der einheimischen, durch fremde Unterweisung in der künstlerischen Auffassung fortschreitenden Meister. Die Typen der Anlagen blieben meist unverändert. Neben dem auch für Stadtkirchen verwendeten Kathedralensystem behielt die dreischiffige Basiliea oder die Hallenkirche und die einschiffige Landkirche die alte Geltung. Von diese» Typeu abweichende Aulagen, wie Karlshof, Sadska, Wittingan, die Prager Frohnleichnamskapelle, erwuchsen offenbar ans ganz besonderen Rücksichten der Bauherren. Gleichmäßige Entwicklung der Grundrißdetails war überwiegend, Unregelmäßigkeit trat hier und da in Bettelmönchsniederlassungen zu Tage. Der Aufbau wurde kühner und freier, mit ihm strebten die Wölbung, die am Beginn des XV. Jahrhunderts schon bei kleineren Kirchen Stern- und Netzformen liebte, und die stets fchlauker emporschießenden Strebe- pfeiler immer energischer nach oben. Der Strebe-Apparat wurde bei den Kathedralanlagen immer reicher, die Fülle des plastischen Beiwerkes mehrte sich in ebenso fein gearbeiteten als künstlerisch zart empfnudeueu Decoratioueu. Fialen und Gallerten neigten mit de» schon häufiger werdenden Fischblasen des Maßwerkes immer entschiedener znr Spätgothik, die auch iu einer schwächlicheren Prosiliruug der Nippe» uud Pfeiler allmälig mehr zum Worte kam. Reich ausgestattete Portale sind selten, im Allgemeinen galt noch lange der frühere einfache Aufbau. Coufoleu und Capitäle, anfangs oft schön senlpirt und reich mit Laubwerk verziert, wurden gleich den ursprünglich ähnlich behandelten Schlußsteinen, die höchstens ein Wappen schmückte, bald nackt nnd schmucklos. Die Fenster nahmen an Höhe und Breite zu und schieden durch stärkeres uud schwächeres Stabwerk Haupt- uud Nebeu- abtheilungeu; bei größeren Kircheiibauten hielt man die Einstellung eines mehrfeldrigen Maßwerkfensters über dem Hauptportal fest, bei kleineren wurden überhaupt nur zwei- feldrige Fenster üblich. Der Thurmbau gewauu dadurch, daß mau die vier Ecken des Zinnenkranzes oder der abschließenden Gallerie mit kleine« Thürmchen besetzte, ein höchst malerisches Äußere, blieb bei gewöhulicheu Laudkircheu oft etwas gedrückt, wurde im Prosanban der Burgen nnd Städte immer mächtiger uud auch äußerlich wohl gegliedert entwickelt. Die Erkeranlageu verliehen dem Äußern der Profanbauten hohen Reiz; die geräumige Anordnung mehr saalartiger Jnuenräume stellte auch der Wölbungstechnik dankbare und interessante Ausgaben. Mit den Fortschritten künstlerischer Anschauung in immer weiteren Kreisen giug auch die Entwicklung der Bautechnik Hand iu Haud. Reiuer Quaderbau beschränkte sich auf ganz besonders hervorragende Objecte, für welche reiche Mittel zur Verfügung standen,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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