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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 292 -
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292 Altstädter Nathhauses. Es wird durch cauuelirte Pilaster, wie sie der Frührenaissauce in Böhmen eigen sind, eingefaßt, nnd während die äußeren zwei Pilaster in gothische Fialen auslaufen, sind die Pfosten, das Gebälk, die Archivolten durch reinstes Nenaissance- detail verziert. Die Krone oberhalb des städtischen Wappens, welche in ihrer Form dem bei Karl V. vorkommenden Typus entspricht, scheint darauf hinzuweisen, daß jenes Fenster erst entstanden, als der Stadtrath bei den Feierlichkeiten des Jahres 1558 den neu- gewählten römischen Kaiser Ferdinand I. als solchen in seinen Räumen begrüßte. Wiewohl eine reiche architektonische Gliederung und plastische Verzierung der Renais- sancebauten Böhmens zu den Seltenheiten gehört, blieben doch die Wände nicht uuverziert; dieselben wurden in der Regel ans slorentinische Art über und über mit Sgraffitos und Chiarofcnro-Malereien bedeckt; iu dieser ursprünglich rein ornamentalen Verzierungsweise gewinnt um die zweite Hälfte des XVI. Jahrhunderts das Figurale Oberhand, wie es beispielsweise bei den im Jahre 1560 erbauten Partien des Teinhofes der Fall ist. Zur Fortentwicklung dieser Richtung mag wohl auch die niederländisch-romanische Richtung der zur Zeit Rudolfs II. in Böhmen thätigen Maler beigetragen haben. Aber noch bevor diese ihre Thätigkeit entfalten, schon um das Jahr 1570, findet das der niederländische» Renaissance eigenthümliche Cartoucheuornament in der böhmischen Malerei Eingang. Hierdurch erfährt nicht nur der Stil der malerischen Ausstattung, sondern auch jener der Steinmetzarbeiten, der Holzschnitzereien eine Umwandlung. Ein prächtiges Beispiel einer den niederländischen Ornamentisten vom Schlage des Johann Vredeman de Vries stil- verwandten Sgraffitodecoration bietet das leider arg verwahrloste Bal lhaus des könig- lichen Schloßgartens in Prag, welches dem Charakter nach bereits der Zeit Maximilians II. oder der anbrechenden Rndolfinischen Periode angehört. Die königlichen Bauten Prags und seiner Umgebung: der Schloßban Wladislaws, das Belvedere Ferdinands I., das von seinem Sohne erbaute Schloß Stern mit seinen Stnccatureu, das später errichtete Ballhaus mit seinen Sgraffitos, bilden gewissermaßen Marksteine des Entwicklungsganges der Renaissance in Böhmen, welche bereits mit dem Autritt Matthias' die Neigung zeigt, in barocke Formen auszuarten. Dieselben Phasen lassen sich auch außerhalb Prags verfolgen, nur zeigt die Entwicklung hier nicht ein so rasches Tempo, die provinziale Kunst hält an den überkommenen Formen länger fest und mannigfaltige Einflüsse, locale und individuelle, haben auch manche ganz originelle Erscheinungen zur Folge. Gleichzeitig mit dem „Garteupau" werden von den dabei mitunter beschäftigten Italienern verschiedene Bauten auf dem Lande aufgeführt. So wird um das Jahr 1549 an den königlichen Schlössern Brandeis an der Elbe, Schwarzkostelec und Podebrad gearbeitet, welche ihr aus dieser Zeit stammendes Äußere mehr oder weniger bis heute
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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