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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 308 -
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308 Auch die Herrensitze auf dem Laude werden zu dieser Zeit neu errichtet oder dem herrschenden Geschmack entsprechend adaptirt. Eine der frühesten Schloßbauten dieser Zeit ist das Schloß zu Rauduitz, welches Fürst Wenzel Eusebius Lobkowitz in deu Jahren 1652 bis 1684 ausführen ließ. Den ersten Plan lieferte Francesco Caratti, welcher den Ban bis 1665 geleitet hat, worauf Carlo Orsolini folgte. Als dieser am 24. März 1667 starb, trat Antonio da Porta ein, welcher als der eigentliche Erbauer zu betrachten ist. Porta stand bis 1697 in fürstlichen Diensten und hatte auch das Schloß Libochovitz des Grafen Sternberg, das Schloß Bilin des Grafen Wenzel Ferdinand von Lobkowitz und andere erbaut. Auf einfachem, rechteckigem Grundriß angelegt, an seinen Außenseiten durch mächtige Pilaster einfach decorirt, macht das Schloß Randnitz infolge seiner herrlichen, die Gegend beherrschenden Lage im Ganzen einen großartigen Eindruck; auch das Innere ist einfach behandelt und nur in dem Flügel, durch welchen man eintritt, zeigt sich größere Pracht; die beiden Treppen, die reiche, wenn auch etwas grobkörnige Stnccodecoration auf- weisen, sind von bedeutender Wirkung. Die mächtigen Pilaster- und Säulenstellungen sind für eine Gruppe der in der zweiten Hälfte des XVII. Jahrhunderts entstandenen Bauten charakteristisch. Wir begegnen ihnen am Elementinnm, wo sie dnrch ein perspektivisches Kunststück, trotz der Schmalheit der Gasse, ungemein wirkungsvoll hervortreten, und wir finden sie an den Palästen Nostitz auf der Kleinseite und ins Kolossale gesteigert am Palast Ezernin am Hradschin wieder. Bei letzterem, von Johann Humprecht Grafen von Ezernin gegründeten Bau treffen wir wieder Francesco Caratti an, welcher neben Giovanni Battista de Rossi als Urheber desselben bezeichnet wird. Das gegenwärtig als Kaserne dienende Palais stand schon zur Zeit des im Jahre 1682 erfolgten Todes des Bauherrn nahezu vollendet da, doch wurde an der inneren Ausstattung, bei welcher der Maler Reiner und der Plastiker Braun betheiligt waren, noch am Beginn des XVIII. Jahrhunderts gearbeitet. Bei anderen Schloß- und Palastbauten haben sich die Architekten einer größeren Einfachheit beflissen und es etwa nur bei dem Hervorheben des durch Säulen flankirten Portals und einer Abwechslung von dreieckigen und flachbogigen Fensterbekrönnngen, wie sie bei Porta vorkommen, bewenden lassen. Derart ist das aus deu Jahren 1689 bis 1691 stammende, gegenwärtige Palais Toscana am Hradschiner Platz nnd das von Wenzel Grafen von Sternberg in den Jahren 1680 bis 1688 erbaute Schloß Troja beschaffen, doch wurde bei dem letztere» Bau sowohl im Innern, in den mit Sculpturcu, Stnccatnren nnd Fresko- malereien geschmückten Gemächern und Gängen, als auch in dem anliegenden Garten vollste Pracht entfaltet; höchst malerisch wirkt die dem Garten zugekehrte, mit Balustraden uud Bildwerken gezierte große Treppe und die mit mächtigen Terracottavasen ausgestattete Terrasse. Eiue Garteutreppe wird von nun an ein Hauptbestaudtheil ähnlicher Bauteu;
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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