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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 338 -
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338 zu Blatna und Noth Lhvta (bei Sobeslan), welche mit dem sie umgebeudeu Wasserspiegel reizende Bilder gewähren. Das Verlangen nach hochgelegenen Wohnsitzen ist auch bei solchen Burgen maßgebend, welche nach den Husiteukriegen entstanden. So zum Beispiel ist die bei Klösterle gelegene Schönburg, nach dem Jahre 1431 von Pirschenstein aus gegründet, auf einem hohen Berge gelegen, hat einen lange dauernden, aber nicht beschwer- lichen Zugang und zeigt trotz der nicht unbedeutenden Befestigungswerke schon Sinn für Bequemlichkeit. Beiläufig denselben Charakter hat auch das im XV. Jahrhundert oberhalb Böhmisch-Kamnitz auf dem Schloßberge gegründete Schloß, sowie die fast gleichzeitig erbaute Burg Novyhrad (oberhalb der Kletschkamühle) bei Solnitz. Hoch- gelegen, aber klein ist die Burg Öltank bei Trebnitz, während die Ronburg bei Drum hohe Lage mit Wohnlichkeit verbindet. Ähnlich gehalten wie letztere ist auch der ältere Theil der im Jahre 1478 gegründeten Burg voubravskä kvra (Neuschloß) bei Teplitz. Das zu Ende desselben Jahrhunderts gegründete Schloß Pravda bei Zittolib ist ein Mittelding zwischen älterer Burg und neuerem Schloß, da hier den Wohn- räumen ein bedeutender Theil der Burgstätte zugewiesen wurde und die Befestigungswerke sich auf den Wallgraben und eine einfache, die dreieckige Burg einschließende Ringmauer ohne Vorwerke beschränken. Sinn für Wohnlichkeit findet man auch bei Blatna, Neuschloß (bei Zittolib), Krakowec (bei Rakonitz), Lipnitz und Vorlik (bei Humpoletz), welche damals entweder gegründet oder aus älteren Anlagen umgebaut wurden. Die Burg Lititz (bei Senstenberg), das Werk Georgs von Podebrad, ist zwar eine ältere Anlage, verdankt jedoch seine jetzige Gestalt größtentheils diesem bedeutenden Herrscher (1468); der Kern derselben sind zwei einander gegenüberstehende viereckige und thurmartige Wohngebäude, welche mit hohen Mauern verbunden und von einem viereckigen Thurm beschützt sind. Das äußere Thor ist das schmuckvollste von allen böhmischen Burgthoren, leider aber in einem traurigen Zustande der Verwahrlosung. Dieselbe Combination von zwei thurmartigen Gebäuden zeigen auch Lischua bei Bistritz, von den Sternbergen an der Stelle einer älteren Beste erbaut, und das hochgelegene und weithin sichtbare Schloß Hoch-Chlnmee, welches dem im XVII. Jahrhundert geplanten Umbau in ein kasernenartiges Gebäude glücklich entging. Einige von reichen Landherren dieser Zeitperiode herrührende Anlagen beweisen ein deutliches Bestreben, die bisher beliebte hohe, schwer zugängliche Lage durch bedeutende Außenwerke zu ersetzen. Zwei dieser Anlagen stammen von Püta von Riesenberg (gestorben 1504), die beiden anderen von Wilhelm von Pernstein (gestorben 1521); das von ersterem gegründete Schloß Schwihau (bei Klattau) entstammt jedenfalls einer älteren Anlage, verdankt jedoch seine jetzige Gestalt größtentheils diesem baulustigen Herm.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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