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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 372 -
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372 Sadelers gefördert wurde. Zahlreiche Porträts Rudolphs II., seiner Künstlerschaar, seiner Hofleute, verdanken der Trias: Spranger, van Achen und Sadeler ihren Ursprung. Eine Anzahl religiöser Bilder gesellt sich den Bildnissen zu, doch in diesen liegt nicht das Hauptgewicht der Schule. Mythologische Darstellungen, mit Vorliebe erotische Scenen behandelnd, die verschiedenen Allegorien der Tugenden, der sieben freien Künste, der Welttheile, der Elemente uud der Planeten, Darstellungen verschiedener Beschäftigungen und Lustbarkeiten, das ganze Wissen und Treiben der Zeit in anschaulicher Form, — das ist der eigentliche Bilderkreis der höfischen Kunst, welcher, durch die Richtung des Studiums, der Literatur gefördert, über die Wälle Prags hinüberdringt und in den Sälen der Schlösser und Rathhäuser, an den Fanden, an Thürmen und Thoren immer wiederkehrt. Neben den fremden höfischen Künstlern bethätigen sich einheimische, zur Eoufrater- uität zählende Maler. Im Jahre 1598 werden die Satzungen neu festgesetzt und bereits im Jahre 1595 die Malerei zur freien Knnst erhoben. Unter den heimischen Künstlern erfreuen sich Simon Hutsky von Bürglitz und Daniel Alexius von Kvetuä, welcher die erzbischöfliche Kapelle in Prag ausgemalt hat, eines guten Rufes. Ein gewisses Festhalten an alten Traditionen ist in den Arbeiten heimischer Künstler mit niederländisch-wälschen Einflüssen vermischt. Dies gilt auch von den Malern und ihren Werken auf dem Lande, außerhalb Prags. Eine ganze Schaar von Malern treffen wir in Südböhmen, zumeist in Rosenberg'schen Diensten thätig. Bald sind es Einflüsse der niederländischen, insbesondere Spranger'schen Richtung, bald direktes Anlehnen an die italienische Kunst, welche sich hier bemerkbar machen. Als Beispiel ersterer Art mag die ziemlich gut erhaltene Ausstattung des großen Saales auf dem Schlosse zu Rosenberg gelten. Die mythologischen Gruppen, die Darstellungen aus dem menschlichen Leben von der Wiege bis zum Grabe, sind ebenso charakteristisch wie die in einem andern Gemach daselbst befindlichen Darstellungen der Planeten. Ähnlich gestalten sich die Verhältnisse in anderen Gegenden, aber Hervorragendes trifft man allerdings selten an. Eine Künstlergestalt verdient jedoch besondere Beachtung, der Ehrudimer Maler Mat thäus Radous, dessen Leistungen die Thätigkeit einer kleineu Loealschnle, die sich in Chrudim während des XVI. Jahrhunderts herangebildet hat, würdig abschließen. Allem Anschein nach gehören die Malereien des böhmischen, im Jahre 1570 entstandenen Eantionale, welche sich in den figurenreichen Compositionen dem Besten was Puler geleistet hat, an die Seite stellen, seiner Hand an; sicherlich sind als seine Werke die farbenprächtigen böhmischen Gesangbücher der Stadt Königgrätz, in den Jahren 1585 bis 1604 entstanden, beglaubigt. Zahlreiche Lehrlinge versammeln sich nm deu Meister, welcher als Typus eines Landstadtmalers und zugleich als der
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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