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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 376 -
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376 In einem anderen Falle wurde ein Gartenbrunnen im Ausland bestellt. Im Jahre 1599 ließ Herr Johann Lobkowitz bei Benedikt Wurzelbauer in Nürnberg einen Brunnen für seinen am Hradschin gelegenen Garten herstellen; der Brunnen, im Jahre 1600 auf- gestellt, wurde im Jahre 1648 von den Schweden mit anderer Beute weggeschleppt, und nach mannigfachen Schicksalen gelangte schließlich die von demselben herrührende Gruppe Venus und Amor darstellend in den Besitz des kunstgewerblichen Museums in Prag als Geschenk des Fürsten Johann von Liechtenstein. Aber das Bedeutendste, was in dieser Art in Prag hervorgebracht wurde, waren die Bildwerke, welche Adrian de Vries für den Wallenstein'schen Garten schuf. Angeblich seit 1590 in Prag thätig, hatte er daselbst im Jahre 1593 die gegenwärtig im Louvre zu Paris befindliche Gruppe „Merkur mit Pandora" vollendet und bald folgten verschiedene Arbeiten, darunter Porträtbüsten Rudolphs II. nach. Abermals finden wir de Vries in Prag in den Jahren 1622 bis 1627, und diesmal sind es die zahlreichen Figuren, Gruppen, Vasen, welche aus seiner Werkstätte hervorgingen, um den prunkvollen Garten des neuerbauten Palastes des mächtigen Feldherrn Albrecht von Wallenstein zu zieren. Aber noch derselbe Krieg, welcher zu diesen bedeutenden Schöpfungen gewissermaßen Anlaß gab, hat sie ihrem ursprünglichen Standorte entrückt, indem sie im Jahre 1648 von den Schweden in ihre nördliche Heimat weggeschleppt werden, wo sie bis heute eine Zierde des königlichen Schlosses Drottningholm bilden. Die unter der Ägide des großen Friedländers entstandenen Werke sind die letzten bedeutenderen Leistungen, welche die erste Hälfte des XVII. Jahrhunderts hervorgebracht hat. Die bewegten Jahre des dreißigjährigen Krieges, welche so vielen Kunstdenkmalen ihren Untergang bereitet haben oder doch wenigstens sie dem Boden, wo sie entstanden, entführten, haben der weiteren Entwickelung der Knnstthätigkeit ein jähes Ende gebracht. Unter der Unzahl jener, welche dem Glauben ihrer Väter nicht entsagen wollten oder überhaupt durch die eingetretenen Verhältnisse sich genöthigt sahen, das Land zu ver- lassen, waren viele bedeutende Männer von Talent, darunter auch Männer der Kunst. Der bedeutendste Kupferstecher Böhmens, Wenzel Hollar von Prachno, wirkte als Exulant in London, und aus einer der Gemeinde der böhmisch-mährischen Brüder angehörenden Emigranten-Familie entstammt Johann Kupecky (in der Brüder-Colonie zu Bösing in Ungarn 1667 geboren), welcher sich nicht selten gleich Hollar als iiations Lokemus zu bezeichnen pflegt. Einer Emigranten-Familie entstammt auch Karl Skreta Sotnovsky von Zävoritz, welcher es vorzog zum katholischen Glauben überzutreten, und nachdem er in Italien sich in der Malerei ausgebildet, in seine Heimat zurückzukehren, wo er bereits im Jahre 1644 auftrat und alsdann Gelegenheit fand, eine erfolgreiche Thätigkeit zu entwickeln.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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