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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 388 -
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388 „Privatgesel lschaft patriotischer Kunstfreunde" gründeten, deren vornehmster Zweck „die Wiederemporbringnng der Kunst und des Geschmackes" sein sollte. Als die dienlichsten Mittel zur Erreichung dieses Zweckes wurden erkannt: erstens die Aufstellung einer Gemäldegal ler ie , um darin die noch in Böhmen zurückgebliebenen Kunstwerke vor Verderben zu schützen und dem Verschleppen derselben vorzubeugen, und zweitens die Gründung und Einrichtung einer Kunstschule, worin juuge Künstler angeleitet werden sollten, sich in ihren Arbeiten den in der Gemäldegal le r ie zu sammelnden Vorbildern zu nähern. Diese nuu nahezu hundert Jahre wirkende Privatgesellschaft hat unvergängliche Verdienste um das Wiedererblühen der bildenden Künste in Böhmen, insbesondere der Malerei. Die beiden von ihr gegründeten und seitdem verwalteten Kunstinstitute bestehen noch heute in erneuerter voller Kraft; die Gemäldegallerie, seit 1884 in das neuerbaute KünstlerhausRudolphiuum übersiedelt, vertritt in Böhmen die Stelle einer Nationalgallerie und an der Akademie bildender Künstler, jetzt „Malerakademie", genossen viele Künstler, die in der gesammten Kunstwelt einen Namen haben, ihre erste Vorbildung. Bei der Wahl des ersten aus acht Mitgliedern bestehenden Ausschusses wurden in denselben auch drei Männer aus dem Bürgerstande aufgenommen, darunter der vorhin schon genannte J o h a n n Qui r in J a h n , der als der letzte Oberälteste der im Jahre 1783 aufgelösten, seit dem Jahre 1348 ununterbrochen in Prag bestandenen Maler- Consraternität gewissermaßen den Übergang der alten zur neueren, mit der Gründung der „Privatgesellschaft patriotischer Kunstfreunde" beginnenden Kunstepoche in Böhmen vermittelt. Die Bestrebungen dieser neuen Gesellschaft fanden sogleich Unterstützung und Förderung ihrer Ziele durch Kaiser Franz , welcher bei der noch im selben Jahre (l79k) in Angriff genommenen Anlage der Gemäldegal le r ie derselben an 30(1 Gemälde aus der Prager königlichen Burg auf unbestimmte Zeit leihweise überließ und außerdem der Gesellschaft ausgedehnte Localitäteu im zweiten Stockwerk desColleginm Clement inum zuwies, in welchem die Kunstschule untergebracht wurde. Auf Anempfehlung des letzten souveränen Fürstbischofs von Passau, Leopold Grafen von Thun, wurde dessen Kammermaler und Truchseß Josef Berg le r (geboren zu Salzburg 1753, gestorben zu Prag 1829), der sich unter Professor Martin Knoller in Mailand, dann in Rom unter Anton von Maron, dem Schwager des Raphael Mengs, gebildet hatte, zur Einrichtung und Leitung der Kunstschule uach Prag berufen. Bergler entnahm mit Vorliebe die Gegenstände seiner Darstellungen der Sage und der Geschichte des Alterthums, die er mit Gewandtheit zu behandeln verstand, wobei er stets die Antike als Vorbild vor Augen hatte; die Natur galt ihm nichts oder doch nur sehr wenig. Er war aber immerhin für seine Zeit ein angesehener Künstler, im Sinne seiner Meister nud mit gleichen Mitteln wie diese lehrend. Die von Josef Bergler eingerichtete
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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