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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
Seite - 422 -
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422 Leo Lerch war einer der ersten, welcher bei den Bildnissen jnnger Damen die gegenwärtig wieder so beliebte Pastellmalerei einführte, eine Technik, welche jetzt stark in Ausnahme kam und die namentlich Camill Stnchlik, Karl Grund, Helene Eminger, Theodor HilZer mit Vorliebe, mit Geschick und Geschmack behandeln. In neuester Zeit wird auch die laug vergessene Miniaturmalerei durch Gnstava Helmessen nnd Hedwig Höna- Senst wieder zu Ehren gebracht. An der Prager Akademie war das Landschaftsfach lange Jahre hindurch ganz vernachlässigt worden; denn von 1816 bis 1835, somit durch neunzehn Jahre, und dann wieder nach Hanshosers Tode (1866) blieb die Professur für das Landschaftsfach durch einundzwanzig Jahre — bis 1887 — ans Ersparnngsrücksichten unbesetzt. Max H ausHofer, der zur Zeit seines Schwagers Rubeu im Jahre 1844 aus München an die Prager Akademie berufen worden war, wirkte bis zu seinem Tode als Lehrer der Landschaftsmalerei auregeud auf zahlreiche und begabte Schüler. Obwohl während 22 Jahren in Böhmen ansässig, entnahm Hanshoser die Motive für seine Landschaften ausschließlich seinem Geburtsland Baiern und den nachbarlichen Alpenläuderu. Der Chiemsee und das Hochgebirge, die schwüle und unheimliche Ruhe, die dem aufsteigenden Gewitter vorausgeht, wurde von Hanshofer mit besonderer Borliebe und auch mit Glück behandelt. Der älteste von Hanshosers Schülern, den er schon als den vorgeschrittensten Schüler seines Vorgängers Anton Manes übernommen hatte, der in seiner Vaterstadt Prag lebende und unermüdlich schaffende Friedrich Hawräuek (geboren 1821) ist einer der bedeutendsten Landschaftsmaler Böhmens und einer der eigenartigsten überhaupt. Sowohl in seinen Ölgemälden als auch iu Aquarell behandelt Hawränek Laubbäume und Strauchwerk, vom üppigsten Pflanzenwuchs überwuchertes altes Gemäuer, die mit Stroh gedeckten Holzbauten alter böhmischer Bauernhöfe nud alle die vielen Details daran mit der liebevollsten und erstaunlichsten Delikatesse, ohne ihnen die Gesammt- wirknng zu opfern. Zu den besten seiner sehr gesuchten Bilder gehören der „Wasser- tümpel iu einem alten Buchenwald" (1856), „Bauernhof in den Sudeten" (1860), eine „kleine Gasse in Krumau", die „Mühle in Dürrenthal" (1872), die „kleine hölzerne Mühle in einem Eichenwalde" (1875), die „Ansicht des Schlosses Friedland" und „Ruine einer Mühle im Pnnkwathal in Mähren". Als strenger Zeichner leitet und überwacht er im Auftrag des hohe» Autors seit vielen Jahren die Ausführung der Holzschnitte für die von Seiner kaiserlichen Hoheit Erzherzog Ludwig Sa lva to r gezeichneten Illustrationen zu dessen Reisebeschreibuugeu und hat auf diesem Wege eine große Anzahl vortrefflicher Holzschneider im Landschaftsfach — wie vordem Josef Manes im Figureusach — herangebildet, von denen die meisten in Prag thätig sind.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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