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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (2), Band 15
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440 und andere Blattornamente dnrch Regelmäßigkeit und Geschmeidigkeit der Formen aus. Eine von den Monstranzen des Sanct Veitschatzes trägt auch das Zeichen des Erbauers dieses Domes Peter Parier uud den Charakter seiner architektonischen Richtnng. Zu den mit minutiöser Genauigkeit gegossenen nnd ciselirten Arbeiten gesellen sich noch Ornamente in getriebener Arbeit, doch selten zeigen sie sich gleichzeitig an einem Werke, als ob die Aufgabe des Gießers und Goldschlägers streng geschieden wäre. Nur großartige Werke, wie das leider vernichtete Grabmal des heiligen Wenzel, enthielten Alles, was Goldschmiedekuust uud Juwelierarbeit zustande bringen konnten. Von dem großen Reichthum dieses Grabmals, das vom Sohne Karls Sigismund in einer Geld- verlegenheit verkauft wnrde, belehrt uns ein Inventar aus dem Jahre 1387. Neben Karl IV. haben sich auch der Erzbischof Erust von Pardubitz und der kunstsinnige Bischof von Leitomischl Adalbert von Sternberg um die Errichtung dieses berühmten Monumentes große Verdienste erworben. Anch ein Tragaltar, jetzt im Stifte Admont, ist ein Denkmal nach dem kunstsinnigen Bischof Adalbert von Sternberg nnd zugleich eiu solches der Prager Goldschmiedekuust. Seiue Meisterschaft bewährt der Goldschläger bei solchen getriebenen Arbeiten, bei denen er die Anfgabe der hohen Plastik übernimmt. Es sind dies namentlich Reliquiarieu in Büstengestalt der Heiligen, in denen diese Meisterschaft ihren Höhenpunkt erreichte; eine silberne Büste der heiligen Ludmila aus der Zeit Karls im Sanct Veitsschatze, die ruhig uud einfach stilisirt ist, und die kupfernen Büsten des heiligen Petrus und Panlus in der Kapelle des erzbischöflichen Palais, die im Ausdruck ungewöhnlich energisch gehalten sind, zeigen uus, wie weit es diese Technik brachte und wie sich zugleich im Laufe der Zeit Stil uud Charakter änderte; die erwähnten Büsten gehören nämlich in die schon vorgeschrittene Regieruugszeit Wenzels und tragen den Namen des Erzbischoss Albik von Unicov (1412). Neben getriebenen nnd pnnzirten Ornamenten zeigt sich an denselben auch Email, dem wir übrigens auch bei zahlreichen anderen Arbeiten begegnen. Am ver- breitetsteu war das dem italienischen verwandte Email auf einem ausgehöhlten silbernen Kern; es ist entweder durchsichtig und hat dann eine grüne oder violette Farbe oder nndnrchsichtig und besitzt die Farbe des rothen Siegellacks oder es ist schwarz. Dieses schwarze Email auf silberner Unterlage erscheint noch im XV. Jahrhundert. Ungemein interessant ist das Besteck der Königin Elisabeth, der vierten Gemalin Karls IV., im Besitz der königlichen Leibgedingstadt Königgrätz, nämlich 24 Löffel mit silbernen emaillirten Stielen, auf welchen ebenso wie auf dem Gürtel derselben Königin verschiedene fromme und erotische Sprüche zu lesen sind. Es ist schwer zu entscheide», ob manche Arbeiten aus Halbedelsteinen, wie zum Beispiel der schöne Onyxbecher, der im Jahre 1350 vou Karl IV. dem Donischatz
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (2), Band 15
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (2)
Band
15
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.07 x 22.35 cm
Seiten
708
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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