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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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91 In der auf die Bronze folgenden Eisenzeit war das Land jenseits der Donau, wie ganz Mittel-Europa, von Kelten bewohnt, und zwar saßen sie, wie es scheint, am dichtesten nördlich vom Zwischenlande der Donau und des Plattensees in den Comitaten Tolna, Weißenbnrg, Pest, Gran und Komoru, sowie in der Gegend des Neusiedlersees. Dort hauste der Stamm der Aravisker, hier der der Bojer, dessen Spuren wir auch in Ober- Italien, Baiern und Böhmen begegnen. Diese, wie es scheint, von friedlicheren Neigungen erfüllten, gelehrigeren Stämme des kriegerischen, durch eine mächtige Individualität hervorragenden Keltenvolkes standen auf höherer Culturstufe und waren in Städten ansässig. Dies beweist auch der Umstand, daß das Land jenseits der Donau sogar noch in römischer Zeit nicht weniger reich an keltischen Ortsnamen war als Gallien selbst. Nennen wir davon: Aquineum, Alisca, Bregetio, Sabaria, Scarabantia, Arabona, Crnmernm, Cambona, Lugio, Curta, Matrica. Außerdem kennen wir aus römischen Inschriften Unter-Pannoniens bisher schon über fünfzig keltische Namen. Die Denkmäler aus der Keltenzeit stehen jedoch in keinem Verhältniß zur Zahl der Ortsnamen, noch auch zu der wichtigen geschichtlichen Rolle, welche dieses Volk hier, vom Beginn des IV. Jahrhunderts vor Christus angefangen, über 300 Jahre lang gespielt hat. Der Zahl nach sind das Bemerkenswertheste die Grabhügel, deren größere Kammer oder kleinere Höhlung zumeist mit Stein, seltener mit Holzpfosten ausgekleidet war; noch seltener sind die mit Stein gewölbten Kammern. Solche Grabhügel finden sich am häufigsten im Mittelpunkte des von keltischen Stämmen bewohnten Gebietes: im Weißen- burger Comitate „Szäzhalom" („hundert Hügel") bei Erd, dann im Ereßtvnywalde bei Csnrgö, auch bei Pätka und Alsö-Szent-Jvän; ferner bei Budapest, in der Kelensöld- Ebene südlich des Blocksberges; bei Szalaczka im Somogyer, bei Bonyhäd (wiederum „Szäzhalom") im Veßpremer,bei Csabrendek imZalaer,bei Hövej im ÖdenbnrgerComitat, hier aber ganz besonders auf den Bergen bei Ödenburg. Diese Denkmäler haben längst die Aufmerksamkeit der Forscher auf sich gelenkt. Sehr viele Hügel wurden auch eröffnet, doch erfüllte ihr Inhalt die Erwartungen nicht. Außer Aschenurnen und den Scherben einiger anderer Gefäße erhielt man nur wenige kleinere Eisen- und Bronzegegenstände, während aus den Pätkaer Hügeln unter Anderem zwei silberne Gewandspangen an den Tag kamen. Die aus grobem Thon mit der Hand geformten und meist schlecht gebrannten Gefäße oder deren Bruchstücke deuten durch ihr allerdings sehr primitives Ornament, so namentlich durch den auf barbarische Art hergestellten Mäander, darauf hin, daß das Volk, dessen Bestattungsplatz hier vorliegt, die römische Kunst schon kannte. Auch das Vorkommen einiger Scherben von rothen Gefäßen spricht dafür. Dies erklärt sich entweder daraus, daß die Kelten schon im V. Jahrhundert v. Chr. in Ober-Italien mit den Römern verkehrt
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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