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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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100 und Grabsteine zum Vorschein gekommen. Die ärmlichere Bestattungsart bezeugt die bescheideneren Verhältnisse der Bevölkerung von Scarabantia und Sabaria. Särge wie Grabsteine sind fast ohne Ausnahme aus dem in der Nähe ihres Fundortes gebrochenen Kalkstein gefertigt, also zweifellos an Ort und Stelle gearbeitet. Die Sargtruhe ist gewöhnlich aus einem Stück gehauen, desgleichen der Sargdeckel. Die einfacheren haben vier glatte Seitenflächen und an der einen Breitseite die Inschrift. An den stattlicheren Särgen ist die Jnschristseite tafelförmig beHauen. Der größte Luxus besteht darin, daß rechts und links von dieser Tafel in einer Nische ein geflügelter Genins von kindlicher Gestalt steht, der in einer Hand die gesenkte Fackel und einen Kranz hält. Die Grabsteine sind länglich viereckige, etwa 1 bis 3 Meter hohe und 0 50 bis 1 Meter breite Tafeln. Die einfacheren zeigen auf ihrer Fläche ein Feld, auf dem die Inschrift steht. Die hübscheren sind in zwei oder drei Felder eingetheilt, die über einander liegen, und mit einem mehr oder weniger verzierten Giebel gekrönt. Die einzelnen Felder sind zuweilen mit Säulen, Blattwerk oder anderem Zierath eingefaßt. In dem oberen, tiefer ausgemeißelten Felde, das eine Art Nische bildet, sieht man die Relief-Halbfiguren von zwei oder drei Personen. Im darunter befindlichen schmäleren Felde ist gewöhnlich eine Opferszene mit kleineren Figuren dargestellt; doch kommen auch andere Szenen, zuweilen selbst Reiterfiguren vor. In das untere, wiederum große Feld ist die Inschrift eingegraben. Die Reliefs zeigen sowohl an den Steinsärgen, als auch an den Grabsteinen rohe Formen und nachlässige Arbeit; ein Beweis, daß die Hauptstadt des Reiches, wo übrigens die Plastik um diese Zeit ebenfalls schon zu sinken begann, in dieser Hinsicht noch immer weit über die Provinz erhaben war, wo die Bildhauerei mit handwerksmäßiger Beschränktheit geübt wurde. Wie schon erwähnt, sind die Werke der Steinplastik in dieser Gegend sehr selten und minderwerthig. Größere Götterstatuen und Kaiserbüsten, welche die Lager und Colonien schmückten, fehlen gänzlich. Besondere Aufmerksamkeit erregen die Mithras-Denkmäler. Sie sind wohl nicht als Kunstschöpfungen zu betrachten, aber insofern interessant, als sie ein Licht auf die Zustände der Cultur und die Verbreitung des Mithrasdienstes werfen. Im Mithränm zu Aquiucum wurde das Steinbild des felsgeborenen Mithras noch an seinem ursprünglichen Staudort gefunden. Der fast 1 Meter hohe und 45 Centimeter dicke Stein ist in seiner unteren Hälfte so beHauen, daß er eine aus mehreren Stücken zusammengesetzte Felsmasse darstellt, um die sich eine Schlange windet, welche ihren Kopf dem aus der Fels- masse emporsteigenden Mithras zuwendet. Die jugendliche, nackte Gestalt der Gottheit ist von der Mitte des Oberschenkels an sichtbar; in der bis zur Schulterhöhe erhobenen Rechten hält sie einen Dolch, in der Linken eine brennende Fackel. Der Stiertödter Mithras,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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