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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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102 Bildwerke, und zugleich vollkommene Erzeugnisse des Bronzegusses, der durch die Kelten in dieser Gegend schon einige Jahrhunderte vor Ankunft der Römer meisterlich geübt wurde. Ohne bei den Götterstatuetten zu verweilen, erwähnen wir die figurirten Bronze- verzierungen der aus Eisen eonstruirteu Wagen. Bei Somodor im Komorner Comitat, zu Titöny in der Nähe von Ofen, zu Sar- Szent-Miklös und Nagy-Look im Weißenburger Comitat wurden in Gräbern beinahe unversehrte Wagen, zu Dnnaföldvar, Altofeu und anderwärts kleinere Wagenbestaud- theile gefunden. Das Grab zu Somodor war besonders reich, es enthielt außer dem Wagen edel- geformte Bronzegefäße uud andere Gegenstände, darunter einen Dreifuß, dessen Füße oben in Brustbildern endigen und den der Verfertiger sogar mit seinem Namen Octavius bezeichnet hat. Der oberste Rand des Wagens war mit einer 28 Centimeter hohen Grnppe von drei Bronzestatuetten geschmückt, bacchischen Figuren, die sich im Tanzschritt dem Beschauer nähern uud auf ihren Schultern ein fächerförmiges Palmenblatt tragen. Auch diese charakteristisch gebildete Gruppe geben wir in Abbildung unter den römischen Alterthümern. Die Deichsel und andere Theile des Wagens, desgleichen das Pferde- geschirr, waren gleichfalls mit Statuetten geschmückt. Dieser mit überraschendem Lnxns gearbeitete Wagen ist auch hinsichtlich seiner Eisenconstructiou ein Meisterwerk. Die Kelten waren berühmte Wagenbauer, und die Eisenconstruction des Wagens ist wahrscheinlich keltischen Ursprungs; dagegen weisen die Bronzefigürchen nach Motiv nnd Form eher auf eiue römische Haud, so daß diese Wageu gleichsam Sinnbilder der Vermischung von keltischer nnd römischer Cultur sind. In das Bereich der Plastik gehören noch, obgleich sie sich niit den geschilderten Gußarbeiten nicht messen können, die aus Brouzeplatten getriebenen und zum Theil mit der Punze ausgearbeiteten Reliefdarstellungen. Die bedeutendsten stammen aus Kömlöd im Toluaer, aus der Füufkirchuer Gegend im Barauyaer, aus Feuek im Zalaer und aus Felcsuth im Weißenburger Comitat. Der Kömlöder Fund besteht aus zwei dreieckigen Platten, 36 Centimeter hoch, auf einer Basis von 27 Centimeter Breite, wozu vermuthlich noch eiue dritte Platte gehört hat. Die eine Platte zeigt den auf einem Stiere stehenden Jupiter Dolichenns und einige Brustbilder, die andere ist in vier Felder getheilt, welche eine Opferscene, gleichfalls mit Jnpiter, uud andere Figuren enthalten. Die Fünfkirchner Bronzeplatte, 18 Centimeter hoch und 28 Centimeter breit, ist ein Stück des Beschlages einer hölzernen Geldkiste. In den drei Feldern des oberen Theiles sieht man sitzende Götterfigureu, die fünf Felder des unteren enthalten stehende Figuren, welche die münzenprägenden Städte Constantinopel, Carthago, Nicomedia und Siscia fymbolisiren und der fünften Figur, der Roma, huldigen.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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