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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 132 -
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132 Wand der Hauptapsis, die auf einer kräftig profilirten Basis steht und oben ein mit Laub- ornament versehenes Gesimse nebst reich ausgebildetem Fries von Dreiblattbogen hat, der Breite nach durch Säulen und der Höhe nach durch ein Gesimse in Felder ein. Jedes Feld betrachtet und behandelt er als selbständiges Ganzes. Die unteren Felder schmückt er mit rnndbogigen Blendarkaden, in die er Statuen stellt. In den oberen aber erreicht er mit der wunderbar fein empfundenen Durchbildung der Fensterrahmen und Fensterleibungen den Gipfelpunkt einer Kunst, auf die man übrigens schon nach der Ausschmückung des Hauptthores schließen konnte. Er baut nämlich die Wirkung seines Gebildes nicht blos auf die Formen, die ihm sogar nur Mittel zweiten Ranges sind, sondern wendet seine größte Sorgfalt an das Hervorrufen eines launenhaften, bezaubernden Spiels von Lichtern und Schatten, zu dessen Variationen er durch den Reichthum seiner Formenwelt Gelegenheit gibt. Außer der Richtigkeit der Verhältnisse, ist dies das Hauptgeheimniß der Bauweise. Dies ist es, was dem Großartigen Lebendigkeit, dem Gleichförmigen Mannig- faltigkeit, dem todten Gefüge Seele verleiht. So steht auf einem Hügel mitten in dem Dorfe Jak das unsterbliche Werk eines Meisters, dessen Namen und Herkunft man nicht kennt. Das ist die echte versteinerte Musik, ein erhabener Hymnus, der über die reiche Ebene des Eisenburger Comitates dahinschallt bis an die waldbekränzten Ausläufer der Alpen, die sie umspannen. Er singt von der einstigen Herrlichkeit der Baukunst im Lande jenseits der Donau und fleht nach so vielen nagenden Jahrhunderten nur um eins: um Wiederherstellung durch einen Künstler, der nicht mehr können will als die Meister jener alten Zeiten. Die Kirche wurde im Jahre 1256 geweiht. Die Kapelle in ihrer Nähe gehört derselben Zeit an. Ihr Grundriß zeigt einen Vierpaß, er besteht aus vier um einen Mittelpunkt grnppirten Segmenten von etwas mehr als Halbkreisgröße. Der Aufbau ist einfach, das Thor öffnet sich in einer aus dem einen Segment vorspringenden Giebelwand und ist an seiner Leibung durch je zwei einfache Säulen gegliedert. In der ersten Hälfte des XIII. Jahrhunderts wurde das Land jenseits der Donau «och mit zahlreichen, ganz hervorragenden kirchlichen Bauten bereichert, von denen aber nur Ruinen oder gar blos geringe Trümmer vorhanden sind. Von der bischöflichen Kapelle zu Raab ist in Folge späterer Umbauten nur die untere Kapelle erhalten. Zu Zircz im Veßpremer Eomitat finden sich einige Bruchstücke und eiu Säuleuschast der um diese Zeit erbauten und im Jahre 1731 abgetragenen Cistercienser-Probsteikirche. Dagegen sind die Trümmer der durch Köuig Bela III. im Jahre 1184 gegründeten Eistercienser- Abtei zu Pilis-Szent-Kereszt im Pester Eomitat unter dem Erdreich verschwunden. Auch der Standort des vor dem Jahre 1252 gegründeten Prämonstratenser-, später Camaldnlenserklosters nebst Kirche zu Majk im Komoruer Eomitat ist kaum noch durch
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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