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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 163 -
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163 von einem dreieckigen Giebel gekrönt. Das untere Geschoß ist durch vier dorische, das obere durch vier jonische Sänken gegliedert. Diese, sowie das die beiden Geschoße scheidende Gesimse, ferner das Kraiizgesimse und der Giebel ueigeu wohl dem classischen Baustil zu, verrathen aber zugleich, daß der Meister noch unter dem Einfluß der aus der Spätrenaissanee fließende» Überlieferungen stand. Die beiden mit Hekmdächern gedeckten Thürme jedoch deuten in ihrer Magerkeit schon auf das Ermatten der Kunst. Die Anlage der Kirche zeigt ein lateinisches Kreuz; statt der Seitenschiffe sieht man ans jeder Seite drei Kapellen in das Laugschiff münden. Sowohl dieses, wie das Querschiff haben Tonnengewölbe; die quadratische Vierung der Schiffe und der vierte Kreuzarm, der als Chor dient, sind dnrch eine auf Bogenzwickeln ruhende, mit dem Tonnengewölbe gleich hohe Flachkuppel bedeckt. Die bnnte Marmorbekleidung, die längs der Wände paarweise angeordneten mächtigen Marmorhalbsänlcn, die vergoldeten korinthischen Capitäle, das über diesen entlangzieheude Krauzgesimse, die cassettirteu Gurtbogen und die Fresken des Gewölbes geben dem weiträumigen, hellen Inneren der Kirche Kraft, Reichthum uud Farbenpracht. Das Gemälde am Tonnengewölbe des Langschiffes ist von Maulpertsch nnd behandelt in einfachem Vortrag uud charakteristischer Stimmung eiu tiefsinniges Motiv: den Znstand der Menschheit vor der Ankunft Christi. In öder, halbdunkel überschatteter Gegend liegt eine schäferartige Gestalt, welche die Griechenzeit symbolisirt, das Haupt auf einem Stein in tiefem Schlafe, während ein römischer Soldat soeben aus dem Schlaf erwacht ist und, wie durch eine Ahnung geleitet, unsichere Schritte thut. , rsäit et Vii ^u, reckeunt Laturuiu re^na, ,l!un nc»vu proFeniös coelo climittitur utto." Die Verwirklichung der Ahnung sehen wir in der Kuppel der Vierung uud des Sauctuariums in zwei lebhaft gefärbten und mit übermäßig bewegten Figuren bevölkerte» Darstellungen. Das eine Gemälde, von Johann Winterhalder, zeigt das Innere des Tempels zu Jerusalem, eines auf hoher Stufenbasis emporgethürmten Säulen- und Kuppelbaues; hier ist Mariä Geburt und ihre Communion im Tempel gemalt. In der Kuppel des Chores ist der Englische Gruß vou Stephan Dorsmeister zu sehen, aber in einem so schwindelerregenden Getümmel von Fignren, daß mau das eigentliche Motiv des Bildes kaum zu erkennen vermag. So ist auch das Jüngste Gericht geartet an der Decke der Kapelle, in die man aus dem Sanctnarinm tritt. Die kirchliche Banknnst des XlX. Jahrhunderts hat ihr hervorragendstes Werk im Graner Dom geschaffen. Der Entwurf rührt von dem Wiener Architekten Paul Kühuel her nnd der Van begann 1822. Er wurde uach Kühuels Tode durch dessen Verwandten Johann Packh fortgesetzt. Schließlich vollendete ihn der Bndapester Architekt Josef Hild im Großen so weit, daß die Einweihung im Jahre 1856, in Gegenwart Seiner Majestät ii»
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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