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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 180 -
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180 tritt bei ihnen, obgleich sie vollkommen Magyaren geworden sind, noch deutlich hervor. Szapär besitzt reiche Steinkohlenlager, in denen ein geregelter Abbau eingeführt ist. Die zweite und wichtigste Straße geht in nördlicher Richtung ans Cseßnek. Hat man sie etwa 14 Kilometer weit verfolgt, so erblickt man die überraschend malerische, ja majestätische Burg Cseßnek und hinter ihr in weiter Ferne den alten Burgberg von Martinsberg (Pannonhalma), gekrönt von der Martinsberger Abteikirche und dem jetzt als Kloster dienenden Schlosse. Burg Cseßnek ist über dem gleichnamigen Dorfe ans der Kante eines steilen Berges erbaut. In der heutigen Form ist sie ein Werk Sigmund Garais (um 1314). Nach dem Aussterben des mächtigen Hauses Garai wurde sie Eigenthum Stephan Verböczys und nach der Schlacht bei Mohäcs Stephan Töröks von Enying. Um die Mitte des XVI. Jahrhunderts ging sie sammt den zugehörigen Dörfern an die Familie Hofszntöthy über. In der unruhigen Zeit der Parteikriege, unter den Königen aus gemischten Häusern, spielte sie eine wichtige Rolle. Selbst der letzte Knrntzen- krieg brach sie nicht und sie wurde bis zu Beginn unseres Jahrhunderts noch regelmäßig von den Grafen Esterhäzy bewohnt; doch brannte im Jahre 1824 durch einen Blitzschlag ihr ganzes Dach ab. Von da an wurde sie dem Ruin überlassen und 70 weitere Jahre haben sie auch wirklich in einen Zustand versetzt, daß man sie für eine mehrhundertjährige Ruine halten könnte. Östlich von Zircz liegt im Thal der Gaja zwischen den Höhen des oberen Bakony das Dörfchen Jäsd mit gemischt sprechender Bevölkerung. Im Mittel- alter stand hier ein Benediktinerkloster, doch ist nicht urkundlich zu erweisen, durch wen und wann es gegründet worden oder wann es untergegangen. Das Dorf gehört jetzt zur Sztäray'schen Herrschaft Palota. Die dritte Straße führt von Zircz nach Bakonybel, wo sie endet. Bakonybel ist vielleicht der versteckteste Ort im Lande. Der Gesammtbereich des Bakonygebirges war zu Anfang unseres Jahrtausends mit zusammenhängendem Urwald bedeckt und es kann daher nicht Wunder nehmen, daß weltüberdrüssige fromme Seelen sich hieher zurückzogen, um als Einsiedler zu leben. In der That lebte hier, historischer Überlieferung gemäß, St. Gerhard, der spätere Bischof von Csanäd, als Waldbruder. Stefan der Heilige gründete hier eine Beuediktiuerabtei. Diese ist jedenfalls eine der ältesten im Lande; sie gehört auch jetzt dem Benediktinerorden und ist dem Erzabt von Martinsberg zugeordnet. Ihre jetzigen einfachen Gebäude sind erst in der Zeit nach der Türkenherrschaft entstanden, doch sind Ruinen sämmtlicher alter Bauten an verschiedenen Stellen noch zu finden. Im Winter sind die hieher führenden Wege oft so tief verschneit, daß das Kloster sammt dem daneben liegenden Dörfchen Bakonybel Wochen, ja Monate lang vollständig von der Welt abgeschnitten ist. Der gelehrte Abt Nikolaus Särkäny hat sich in den Vierziger-Jahren auf dem Reichstage hervorgethan.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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