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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 192 -
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192 Über Väroslöd führt der Weg durchaus im Torna-Thale nach Devecser, einer kleinen, aber der hübschesten Stadt des mittleren Bakony. Früher gehörte sie zur Herrschaft Papa, jetzt ist sie der Mittelpunkt einer selbständigen Herrschaft und Eigenthum des Grafen Esterhäzy. In der Periode nach der Mohäcser Schlacht war sie Eigen- thum des Geschlechtes Chörom oder Ehöron. Nach dessen Erlöschen ging sie an die Esterhäzy über. Das noch bestehende alte Schloß war einst eine feste, mit nassem Graben umgebene Burg. Hier in der Nähe liegt der Berg Somlyo, auf dem vorzüglicher Wein wächst. Dieser Berg bildet einen der schönsten Kegel vulkanischen Ursprungs. Eigentlich besteht er aus drei aufeinander gesetzten Kegeln. Im mittleren und südlichen Bakony finden sich vier ungefähr ähnlich gestaltete Kegel: Somlyo, der Badaesouy, der St. Georgsberg (Z^ent^örM-HeAx) im Zalaer Eomitat und der Säg bei Kemeuesalja im Eifenbnrger Eomitat. So schön aber, so hoch und regelmäßig wie der Somlyo ist keiner. Die Basis dieses Berges bildet eine beinahe kreisförmige Ebene von etwa 1000 ungarischen Joch Flächeninhalt; auch gehört er vier Gemeinden an. Sein unterer Kegel bringt die berühmten „Schomlauer" Weißweine hervor, und zwar in drei Sorten. Seine Südseite heißt die Somlyö-Väsärhelyer Seite und hier wachsen die stärksten Weine. Die südwestliche Seite erzeugt den berühmten Szölöser Wxin, an den nördlichen und nord- östlichen Abhängen endlich wächst der Dobaer und der Borßöresöker, die weniger Feuer, aber ungemein viel Bonquet und Körper haben. Aus dem Weingürtel erhebt sich in voll- kommener Kreisrundung ein riesiger Basaltkegel, dessen stellenweise senkrechte Wände den Ausbruch und die Krystallisation des Basaltes in ihrer ursprünglichen Gestalt erkennen lassen. An diesen Basaltwänden nisten noch etliche Pärchen von Jagdfalken, die sich seit der Ritterzeit hier fortzupflanzen wußten; dieser Vogel fehlt im ganzen übrigen Land jenseits der Douau. Die Bewohner der Gegend schreiben es den Falken zu, daß den dortigen Weinbergen die Staare und Spatzen keinen Schaden zuzufügen Pflegen. Auf dem Gipfel der Basaltkuppe endlich steht ein dritter Kegel, der Krater des einstigen Feuer- fpeiers; in der Mitte des obersten Gipfels erkennt man noch ganz deutlich die keffelförmige Höhlung des Kraters und in der Mitte findet man große Mengen Lavagestein. An der Westseite des Berges steht die Burg Somlyo; Alexander Kisfalndy hat sie und ihre Weinlese einst gar schön besungen. Diese Burg gehörte unter den Königen aus gemischten Häusern sammt Papa den Garai und ging später an Paul Kinizsi, Zäpolyai und Valentin Török von Enyiug über. Von letzterem Besitzer erwarb sie der Erzbischos Thomas Baköcz, der das große Vermögen des Grafengeschlechts der Erdödy begründete und nach dessen Tode auch Burg Somlyo au die Erdödy überging. Diesen gehört sie nun ununterbrochen seit dreieinhalb Jahrhunderten.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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