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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 196 -
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196 Veßprem ist sowohl durch seine geographische Lage und die großen kirchlichen Anstalten, als auch durch seine Festung eine wichtige Stadt. Auch hat es in der Geschichte Ungarns eine bedeutende Rolle gespielt. Zur Zeit der Römerherrschast stand auf der Stätte des jetzigen Veßprem die Stadt Eimbriaua; dieses Wort ist vermuthlich keltischen Ursprungs, folglich muß die Stadt schon, als die Kelten hier hausten, bestanden haben. Die keltische Herrschaft endete hier um die Zeit Christi und es begann die römische; die Stadt ist also mindestens so alt wie die christliche Zeitrechnung. Geschichtliche Daten behaupten, Veßprem sei zur Zeit, da Versuche zur Bildung eines marahanischen Slavenreiches gemacht wurden, wenigstens zeitweise Hauptort gewesen. Nach den ungarischen Überlieferungen hatte Svatopluk — Vater oder Sohn — hier seine Residenz gehabt. Nach dem Anonymus Notarius wurde es den Römern dnrch Ärpäds Schaaren unter Ußubu und Ensee abgenommen. Wie schon erwähnt, ließen sich bei der Auftheilung der Ländereien, und auch die Namen der Dörfer und Pnßten scheinen dies zu bestätigen, die Mitglieder der Familie Ärpäds wenigstens zum Theil hier nieder. Wiederum nach dem Anonymus schenkte Ärpäd bei der Hochzeit seines Sohnes Zoltän Veßprem dem Heerführer Ußubu. Unter Stefau dem Heiligen macht sich Veßprem schon mehrfach geltend. Stefans Verwandter, der Feldherr Knpa oder Koppany, der sich zur Vertheidigung der heidnischen Urreligion erhoben hatte, schlug hier die Entscheidungs- schlacht gegen das Heer Stefans, die ihn das Leben kostete. Sein Körper wurde geviertheilt und eines dieser Stücke an das Thor der Veßpremer Burg genagelt. Stefan der Heilige gründete das Veßpremer Bisthnm gleichzeitig mit dem zu Fünftirchen, er stattete es mit reichem Landbesitz aus und dehnte seine Jurisdictiou auf die Comitate Veßprem, Somogy, Zala, Weißenburg, Pilis und auf die Städte Veßprem. Stuhlmeißenburg, Vifegräd u. f. w. aus. Er gründete das Nonnenkloster im Veßpremthale und verlieh ihm die Herrschaft Vörös-Bereny. Dieses Kloster hatte, sowie sein Orden, keinen langen Bestand. In Ungarn verbreitete sich das westliche Christenthnm und die erstcn Gründungen der orientalischen Kirche welkten alsbald ab. Als Peter, Erzabt von Citeaux, im Jahre 1183 geradewegs aus Frankreich kommend, bei Bela III. erschien, um von ihm Erlaubniß und Beistand zur Gründung des Eistercienserordens zu erbitten, stand das Kloster der griechischen Nonnen schon längst leer und wurde den Eistercienser-Nonnen überwiesen. Ladislaus der Heilige bereicherte das Bisthum Veßprem durch neue große Douationen. Der Bischof wurde mittlerweile ständiger königlicher Kanzler und später Erbkanzler der Königin. Ihm stand das ausschließliche Recht zu, die Königin zu krönen und mit heiligem Öle zu salben. Bis zum Jahre 1272 pflegte man der Königin die Krone Stefans des Heiligen auf das Haupt zu setzen; seitdem berührt man ihr damit nur vor dem Altare die gesalbte rechte Schulter. Der Bischof von Veßprem ist Erbobergespan,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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