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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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202 auf dem Gipfel und Abhang des Mataes-Berges statt. Ali Beg und Abdullah, Sohn des Großvezirs Sinan Pascha, wurden gefangen und nebst 5 Fahnen und 77 vornehmen Gefangenen als Geschenk an den Erzherzog Ernst nach Wien geschickt. Im Jahre 1620 schenkte Gabriel Bethlen die Herrschaft Kenese und einige Güter bei Balatonsökajär seinem mächtigen Anhänger, Peter Kenessey, dem Ahnherrn der Familie Kenessey, die in den Comitaten Veßpröm, Weißenburg, Tolna und Somogy noch jetzt in Blüthe steht. Jetzt ist Kenese im Zuge, sich als Badestation am Plattensee zu entwickeln und hat als solche wohl eine glänzende Zukunft. Von der Straße aus, die von hier über den Gipfel des Matacs nach Enying führt, eröffnet sich eine der schönsten Aussichten der Welt, die den Plattensee mit Tihany und dem hinter diesem aufsteigenden Badacsony beherrscht. Enying ist ein blühender, von wohlhabenden Bauern bewohnter Marktflecken; in früherer Zeit war es Mittelpunkt der fürstlich Philipp Batthyäny'schen Herrschaft. Der Volkscharakter dieser Gegend ist in Vas Gerebens Romanen prächtig geschildert. Enying war einst römische Colonie und noch jetzt trifft der Pflug auf manches Denkmal der Römerzeit. Die Familie der Török von Enying scheint ihren Stammsitz hier gehabt zu haben. Dieses Geschlecht erhob sich durch Ambrus um das Jahr 1460 zu geschichtlicher Bedeutung für das ganze Land. Matthias I. und später König Johann verliehen ihm ungeheure Besitzungen. Ambrus' Sohn hieß Emerich, dessen Sohn war der berühmte Valentin; dieser glänzte als Magnat, Heerführer und Diplomat, war Mitregent der Königin Jfabella, Vormund Johann Sigismnnds und Begründer der Reformation in den Comitaten Veßprsm, Zala und Somogy. Valentins Sohn war der heldenmüthige Franz, dessen Sohn Stesan zu Ansang des XVII. Jahrhunderts noch einen großen Theil der Herrschaften seiner Ahnen besaß. Nahe bei Enying liegt das wohlhabende Bauerndorf Lajos-Komärom, eine durch den Fürsten Ludwig Batthyäny zu Anfang dieses Jahr- hunderts geschaffene Ansiedluug. Unweit, an der Siö-Mündung, liegt Siosok, eine Badestation des Plattensees, die einen großen Aufschwung nimmt. Das reichste Dorf des Eomitats ist Szi las-Balhäs , dessen Gemarkung 24.000 Joch und mehrere stark bevölkerte Pußten umfaßt. Auf einer der letzteren, der Pußta Tot, legten am 7. October 1848 die Generale Roth und Philippovic mit 8000 Mann vor dem Heere Moritz Perezels und Arthur Görgeis, das aus 4200 Mann und einigen Bataillonen Nationalgarde bestand, die Waffen nieder. Die Geschichte hat dieses Ereigniß als „Entwaffnung bei Ozora" verzeichnet, was auf einem Irrthum beruht. Ozora nämlich liegt im Tolnaer Comitat am rechten Siö-Ufer, während die Entwaffnung im Veßpremer Comitat am linken Siö-Ufer erfolgte. Von Palota ausgehend, finden wir an der Mezöfölder Straße rechts das Heilbad Peth, Es ist seit etwa 60 Jahren in Gebrauch, die Einrichtungen jedoch sind noch
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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