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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 212 -
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212 Theil des Jahres hindurch außerhalb der Stadt. Zur Zeit der Frühjahrsarbeit zieht man auf die Tanya (Gehöft) hinaus und kehrt zum Spätherbst in die Stadt zurück. Dies erklärt auch die Vertheiluug des Grund und Bodens im Zalaer Comitat. Aber die Natur hat daran nicht minder ihr Theil. Das Comitat hat wenig ebenes Land. Nur das Muraköz (Murwinkel) bis Csakathurn und die Thäler der Mur, Lendva und zu geringem Theil auch der Kerka sind als Ebene zu betrachten. Im Übrigen ist, mit Ausnahme einiger kleiner Flächen, die ganze Oberfläche des Comitats waldig, bergig, wellig, wohl auch felsig und das wellige Gebiet hundertfach von Bächen, Flüssen, Schluchten durchrissen. Eine solche Bodengestalt verführt gleichsam den Menschen, auf jedem kleinen zusammenhängenden und durch Bach, Schlucht oder Gebirg umhegten und gleichsam geschützten Fleck ein Dorf für sich zu gründen. So schafft sich der Alsöldmeusch auf seinem eigenen Grundstück die eigene Tanya. In der Benennung der Dörfer und Pnszten sind die geschichtlichen, ethnographischen . und geographischen Gründe maßgebend. Die Bevölkerung des Muraköz spricht kroatisch, da sind also auch die Ortsnamen kroatisch und Ausnahmen kommen nur vor, wo, wie etwa bei der Benennung von Perlak, Szerdahely, Csäktornya (Csakathurn) n. s. w., der Name, die Macht und die Familiengeschichte irgend eines großen Herrn des Mittelalters die Ständigkeit der magyarischen Benennung gesichert hat. In den Thälern der Mur und Lendva wohnen Wenden, dort merkt man also den Ortsnamen die Sprache des Wenden- volkes an, das übrigens dem kroatisch-slavischen Stamme zugehört. Sonst ist die magyarische Benennung herrschend, und zwar fast ausschließlich. An Ausnahmen freilich fehlt es nicht. Ausnahme ist Alles, was Rom hinterlassen hat und durch anderthalb Jahrtausende noch nicht verwischt ist. So Mnra, Nova, Sala und noch andere Namen. Ausnahme ist auch die Hinterlassenschaft der Slaven, so am Plattensee Paloznak, Csopak, Tapoleza n. a. m. Deßgleichen die Familiennamen, die allerdings durch die Denkweise des magyarischen Volkes nach der Natur der magyarischen Sprache abgeändert wurden. In den Comitaten Eiseuburg, Zala, Somogy und Baranya, besonders aber in Zala, begegnen wir bei der Bildung der Ortsnamen häusig den Worten und Da sind z. B. Barabässzeg, Cserszeg, Egerszeg und noch etwa 18 Namen mit gleicher Endung. bedeutet da eine Biegung, Schwenkung, eine Ecke (Wedlet), und zwar die Biegung oder Ecke eines Flusses, steilen Abhanges, Thales, Bergvorsprunges oder Weges. Genau wie das deutsche Bug oder Pug. Auf völlig flachem Lande bedarf es keiner Abschwenknngen, das Wort kommt also in den Ortsnamen seltener vor. Höchstens wo Flüsse eine Ecke bilden, wie etwa Tiszazng im Comitate Jasz-Nagy-Kun-Szolnok. Und sieht man genau zu, so findet man wirklich dem Worte der Zalaer Orts- namen entsprechend immer die Biegung eines Flusses, Bergvorsprunges oder Heerweges.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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