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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 216 -
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216 Beste mit Belagerung bedroht, so wurde ihre Besatzung vervierfacht, ja verfünffacht, wobei die Verstärkung besonders das Fußvolk betraf. Die Stände von Zala, erschreckt namentlich durch den Fall Szigethvars, wandten sich im Jahre 1574 an den Reichstag um Erlaubniß, vorwiegend Fußtruppen halten zu dürfen. Dieses Ersuchen wurde später nicht wiederholt, da sie sich überzeugten, daß die Aufgabe besonders ihrer kleineren Festungen darin bestand, die kriegerischen Bewegungen des Feindes auszuspähen und die kleineren Beutezüge zu verhindern oder zu rächen, wozu aber insbesondere Reiterei nöthig war. In Bezug auf Nemti gestattete der Reichstag, daß seine Besatzung von Steiermark gestellt und erhalten werde. Kanizsa erhielt nach 1590 eine deutsche Besatzung und auch die Leitung seiner Vertheidigung wurde in deutsche Häude gelegt. Bald aber wurde es von den Türken genommen. Die deutschen, italienischen, wallonischen Söldner waren zwar im Allgemeinen gute Soldaten und hatten kriegserfahrene Offiziere, solche Beispiele von Heldenmuth jedoch, wie sie in den ungarischen Heeren unter den Zrinyi, Thnry, Gyulafsy, Török, Nadasdy u. s. w. vorkommen, finden sich bei ihnen selten. Sie vertheidigten nicht ihr Vaterland. Die meisten und größten Festungen des Landes wurden den Türken durch Fremde ausgeliefert. Überdies verübten sie furchtbare Brandschatzungen, wenn ihr Sold ausblieb, was freilich oft geschah. Daher die häufigen und wiederholten bitteren Klagen der Reichstage im XVl. und XVII. Jahrhundert gegen die fremden Besatzungen und Commandirenden, — Klagen, die nicht nur staatsrechtlich begründet waren, sondern auch im Interesse der Landesvertheidigung und der Menschlichkeit erfolgten. Anderseits konnte der königliche Hof oft doch nichts Anderes thun, als den Klagen gegenüber das Ohr zu schließen. Das Ungemach infolge der türkischen Angriffe war häufig so schwer, daß mau über die kleineren Übel hinwegsehen mußte. Im Somogyer Comitat nisteten sich die Türken schon nach 1540 ein. Solange sich Szigethvär und Baböcsa hielten, konnte das Comitat in den westlichen Theilen noch bestehen und wirken. Nach ihrem Fall wurde dies alsbald unmöglich, weshalb der Reichstag von 1596 die Regierung, Verwaltung und Rechtspflege von Somogy ins Zalaer Comitat hinüber verlegte. Dieser Zustand blieb über 100 Jahre bestehen, bis endlich der Reichstag von 1715 die Somogyer Behörden wieder herstellte und von Zala lostrennte. Im XVI., XVII. und XVIII. Jahrhundert treten in Zala neue große Familien an die Stelle der alten. Die Zrinyi, Nadasdy, Batthyäny, Szechenyi, Esterhäzy und zuletzt die Festetits nehmen den Platz der Geschlechter Kanizsay, Bänffy, Szichy, Gynlaffy, Gerfei-Pethö, Szent-Ghyralthi, Hagymässy, Pogäny, Lengyel, Sarkäny, Ördögh u. s. w. ein und erheben sich den geänderten Verhältnissen gemäß zu nicht geringerer Macht. Die Kämpfe um nationale Unabhängigkeit und verfassungsmäßige Freiheit berühren Zala
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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