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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 218 -
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218 den Generalversammlungen des Comitats über mehr als 6000 Stimmen. Wir irren wohl nicht, wenn wir behaupten, daß nahezu ein Drittel des bewirthschafteten Grund und Bodens sich noch immer im Besitz des alten Kleinadels befindet. Der größte Theil des- selben sind allerdings Kleiugruudbesitzer mit 20, 50 bis 100 Joch, Haus und Hof, Acker und Wiese, Weide und Wald mit inbegriffeu; diese wurden zur Zeit, als das „Kortes- kediren" noch eine Bestechungswirthschaft war, auch Bundschuhadel (boeskoros) genannt. Doch war dies nur ein Schimpfname, denn der Kleinadel jenseits der Donau, also auch der des Zalaer Comitats, trägt schon seit Jahrhunderten keine Bundschuhe (docslcor) mehr, wenn er sie überhaupt jemals getragen. Er trug Sandalen, hie und da noch in den Dreißiger-Jahren, aber keine Bundschuhe. Die spöttische Bezeichnung „Bundschuhadel" gehört dem walachischeu Kleinadel der an Siebenbürgen grenzenden und dem ärmeren, insbesondere slovakischen der oberen Comitate zu; von diesen ist sie auf die Kleinadeligen anderer Comitate übergegangen. Die Landwirthschaft bewegt sich, mit Ausnahme der herrschaftlichen Güter, über- wiegend in den engen Grenzen der einfachen, sogenannten Bauernwirthschaft und besteht aus Landbau in dreifachem Wechsel, sowie aus Rinder-, Schaf- und Schweinezucht. Die üppigen Mähwiesen und meist vorzüglichen Berg- und Waldweiden leiten das Zalaer Volk von selbst zur Viehzucht an. Die Zahl der Pferde und Rinder beträgt etwa 180.000; — ein überaus günstiges Verhältniß. Schafe und Schweine gibt es etwa 380.000, also etwa vier Stück auf jede Familie; auch dieses Verhältniß ist gut. Die unbedingt noth- wendigen Grundlagen des materiellen Wohlstandes sind also reichlich vorhanden. An Fleisch, Milch, Getreide und dem thierischen, sowie pflanzlichen Rohstoff für einfache Kleidung ist Überfluß. Dagegen ist die Industrie im ganzen Comitat gering; sie geht kaum über das Maß der dörflichen Hausindustrie hinaus. Einen großen Factor des Wohlstandes besaß das Volk der mittleren und östlichen Striche von Zala im Weinbau. Die Berge des Plattensee-Ufers, sowie die südlichen und südwestlichen Abhänge der hinter diesen folgenden Berge, dann die südwärts geneigten Hänge längs der Flüsse Zala, Kanizsa nnd Mnr waren mit ausgedehnten Weingärten bedeckt, die einen feurigen und aromatischen Wein von hohem Werthe lieferten. Noch jetzt wird die Weinregion mit 30.000 Joch angegeben, allein sie betrug vor den Verheerungen der Phylloxera über 50.000 Katastraljoch. Vom Ostrande des Comitats bis Badacsouy sind die Reben gänzlich ausgerottet und auch Badacsony, ja das gesammte Weingebiet des Comitats ist schon angegriffen und in wenigen Jahren werden die alten heimatlichen Reben und Traubensorten auch in Zala völlig verschwunden sein. Ein Katastraljoch Rebengelände pflegt hier im Durchschnitt etwa 100 Gulden jährlich rein abzuwerfen. Bei solcher Berechnung hat sich also die Jahreseinnahme der Zalaer Bevölkerung um etwa
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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