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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 226 -
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226 Buda und Csicsö irgend ein Ansiedlnngsverhältniß bestände. Csicsö zu Füßen liegt Szeut-Antalsa, unter den Ärpäden, wenigstens bis in die Zeit Andreas' II. Besitzthnm königlicher Hofleute, insbesondere königlicher Wolfsjäger. Von hier weiter über Tagyos, an Zänka vorbei, gelangen wir an ein Becken, dessen Oberfläche zwar uneben ist, das aber innerhalb eines vollkommenen Kreises von Bergen gelegen dennoch eine einheitliche Ebene darstellt. In diesem Becken liegen mehrere Dörfer des Namens Käl oderKälla: Köves-Källa, Szent -Bs-Käl la , einst Fanum Sancti Benedicti, und Mindszent-Källa . Ohne Zweifel hat sich hier einst, vielleicht schon bei der Eroberung des Landes ein Geschlecht Kal la niedergelassen. In diesem Becken liegt noch Kövägö-Örs, von dem oben die Rede war, und südwestlich grenzt daran, über Salsöld, ein Gebirge, das auf den Plattensee niederblickt und unter dem Namen Abraham eine alte Niederlassung bildet. Nach urkundlicher Angabe war es unter Andreas II. bis 1222 im Besitz von königlichen Hofleuten. Im Egerthale liegt Petend, zu dem die Puszta Csöromfölde gehört, und kaum einen Kilometer von Petend liegt im Thale des Egerbaches Kapoles, von dem ein Theil den Namen Csörom führt. Diese beiden Ortsnamen erhalten das Gedächtniß der einst reichbegüterten und mächtigen Familie Devecseri-Csöron. Andreas, im Jahre 1564 Obergespan von Veßprem, besaß im Veßpremer Comitat Devecser und Ugod, im Eisen- burger Comitat Jänoshäza uud Egervär, im Zalaer Comitat Leseueze-Tomaj und einen Theil von Füred, nebst mehreren Dörfern und Pnszten. Mit ihm starb die männliche Linie der Familie aus. Heute gehört Petend den Grafen Esterhäzy von Papa, Kapvlcs aber verschiedenen adeligen Kleinbesitzern. Westlich von Kapolcs liegt, von engen Thälern durchschnitten, ein beinahe kreis- förmiges, waldiges Plateau, dessen über 10.000 Joch großer Bestand von Eichen-, Buchen- und Birkenwald noch vor wenigen Jahrzehnten einen zusammenhängenden Urwald bildete. Wald und Gebirge heißen auf deu Karten Dobos, der richtige Name aber lautet Dabas . Das ist ein Nest der Schweine- und Schafhirten, wo das uralte Hirtenleben des Bakony noch heute in voller Ursprünglichkeit der Formen und Sitten gedeiht. Die Ver- folgten der durch Classen- und Ständewesen zerstückelten alten Gesellschaft, die Ausreißer vor dem Recruteufaug, die Entsprungenen der Kerker, die keinen Zwang ertragenden Teufelsburschen, die Vergelter des Mißbrauches grundherrlicher Allmacht, sie alle haben oft genug in dieser Waldwildniß Zuflucht gefunden, wenn die Pandnren-Lientenants des Veßpremer und Zalaer Comitats sie aus anderen Gegenden herausgesprengt hatten. Das Völkchen der Schweine- und Schafhirten selbst hat die Dieberei im Blute; für seine größeren Gelage nimmt es gar zu gern den Braten aus fremder Schaf- und Schweineherde. Und jene Landstriche, wo die Comitate Veßprem, Zala und Eisenburg zusammenstoßen,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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