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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 234 -
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234 1601 bis 1659 unausgesetzt Sorge für Szigliget als wehrhafte Beste, die in der That niemals von den Türken erobert wurde. Im Jahre 1672, bei einem gewaltigen Sommer- gewitter, schlug der Blitz wiederholt in die Burg, wobei die Dächer verbrannten und ein großer Theil dcr Maueru, namentlich der Thurm eiustürzte. Seitdem wurde die Burg nicht wieder aufgebaut. Nach dem Erlöschen der Familie Lengyel gingen ihre ungeheuren Besitz- tümer zu ungleichen Theilen durch Erbschaft in weiblicher Linie an die Familien Jnkey, Graf Forgäch, Baron Putheäuy, Herteleudy, Svastics u. A., wie auch durch Kauf an die Familien Graf Zichy, Wodiäner, Freistädtler n. s. w. über. Westlich von Szigliget erreicht man am östlichen Fuße des Särkänyerdö Balaton- Ed erics. Hier biegt das Ufer nach Südwesten ab und setzt sich erst bei Meszes-Györök wieder in westlicher Richtung fort. Gleich bei der Györöker Biegung erblickt man zwischen Ufer und Straße eine grabhügelartige Erhöhung, die eine kleine Kapelle trägt und von Alexander Kisfaludy unter dem Titel: „Der Eremit von St. Michelsberg" besungen wurde. Seitdem ist sie ein regelrechter Wallfahrtsort, wo sich alljährlich an einem gewissen Tage das arme Volk der Umgegend znsammenschaart. Die Straße durchzieht dann die in Wein- bergen zerstreut liegenden Dörfer Vonyarcz, Dias und Gyenes, um in das Thal der Keszthelyer Bucht niederzusteigen, wo sie nach zweieinhalb Kilometer ebenen, geraden Laufes zwischen Baumreihen die Stadt Keszthely erreicht. Keszthely liegt in der nördlichen Ecke des westlichen Plattensee-Endes am Ufer der Keszthelyer Bucht. Es ist eine alte Ansiedlung, die, nach den reichen Ergebnissen der Grabungen, in römischer und hunnischer Zeit, ja selbst vorher schon ein großer Begräbniß- platz, also auch ein großer Ansiedlungsort war. Zur Zeit der Könige aus Ärpäds Geblüt und aus den gemischten Häusern führte es den Namen Gesztel. Durch die Reichstage von 1567, 1602 u. s. w. wurde es zu einer Grenzfestung des Landes erhoben und zu seiner Befestigung Kriegsrobot verfügt. Es ist gegen Ost, Nord und West von einer sehr schönen, fruchtbaren und wenig gewellten Ebene umgeben, die sich im Süden fast bis Kanizsa erstreckt und in das Somogyer Eomitat hinüberreicht. Von Osten blickt der Petö-Gipfel des Feketehegy (schwarzer Berg), von Norden der Gipfel Batthyanhät (Batthyän-Rücken) des Eserszeg-Tomajer Gebirges auf die Stadt nieder, von welcher gute, zum Theil mit prächtigen Baumreihen eingefaßte Straßen gegen Fenek, Pähok, Heviz, Sümeg und Badacsony ausstrahlen. Es ist eine lebhafte, angenehme und hübsche Stadt mit Plattensee- bad und überdies Central-Verwaltnngssitz der Festetits'schen Fideicommißgüter. Die Familie Festetits war ursprünglich vornehmer kroatischer Adel, in die Reihe der für das Land maßgebenden Geschlechter erhob sie sich zu Anfang des vorigen Jahr- hunderts durch Josef Festetits, der im Erbfolgekriege Maria Theresias Regimentsinhaber und Feldmarschall wurde und im Jahre 1749 den Grafenrang erhielt. Sein Bruder
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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