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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 252 -
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252 Von Ende April bis Ende Mai wurde sie durch Nikolaus Zrinyi, Hohenlohe und Strozzi belagert, allein vergeblich. Glücklicher und von vollem Erfolg gekrönt war die Belagerung im Jahre 1690 unter den ungarischen Generalen Graf Adam Batthyany und Stefan Zichy, welche die seit 90 Jahren in fremder Hand befindliche Festung Kanizsa nach dreimonatlichen Anstrengungen und tapferer Gegenwehr der Türken am 13. April wieder für Ungarn gewannen. Hierauf wurde die Stadt alsbald neu aufgebaut und organisirt. Das heutige sogenannte Klein-Kanizsa am westlichen Ufer des Kanizsaslnsses bestand nämlich auch damals, hieß jedoch Räczväros (Raizenstadt). Im Jahre 1698 wurde es mit Kanizsa vereinigt und vier Jahre später (1703), am Anfang des durch Raköczy II. geführten Krieges, wurden die Festungswälle geschleift, die Gräben zugeschüttet, die Festung zur offenen Stadt erklärt; nach längerer Zeit folgte dann die Regnlirnng all des umherschweifenden Gewässers, des Kanizsaflusses wie der ihm zuströmenden Bäche, dadurch waren die Sümpfe der Umgebung der Stadt trockengelegt und verwandelten sich in reiche Wiesen, in ergiebige Äcker. So wurde aus Kanizsa, der uralten, mächtigen Sumpffestung, eine moderne Stadt. Überraschend schnell erhoben sich hübsche Gebäude, zahlreiche volkswirtschaftliche und Culturinstitute wurden gegründet, und diese rasche Entwicklung hat Kanizsa zu einer der stattlichsten Provinzstädte Ungarns gemacht. Südlich von Kanizsa liegt die Eisenbahnstation Mnra-Kereßtnr, von wo die Linien nach Agram, Fünfkirchen und Kaposvär ausgehen. Nordöstlich von Kanizsa ist noch ein kleiner, historisch interessanter Abschnitt des Eomitats zu erwähnen. Es ist dies die Ber ek-Gegend (Haingegend) am rechten Ufer der Zalamüudung, eine durchfeuchtete Ebene, deren Bachgewässer durch drei oder vier Kanäle in die Zala bei Hidveg abgeleitet werden. Kis-Komärom (Klein-Komorn) liegt südlich vom kleinen Plattensee, an der Keszthely-Kanizsaer Landstraße und der Südbahn, an einer flachen Stelle des Thales, durch das der Berekbach zieht. Es ist eine große blühende Ortschaft mit zwei volkreichen Puszteu: Behijäk und Käpolna; Grundbesitzer ist das Pester geistliche Eentral-Seminar, beziehentlich die Universität Budapest, die hier ungefähr 4600 und in den Gemarkungen der Nachbargemeinden Garabonez, Karos und Komärväro s etwa 5700, zusammen also über 10.000 ungarische Joch besitzt. Im XVI. Jahrhundert gehörte die Gegend ständig dem Bisthum Veßprem. In alter Zeit war sie durch eine Beste zwischen den Sümpfen geschützt. Balaton-Magyaröd, auf ebener, einst sumpfiger Fläche in der Nähe der Zala- mündnng, war einst ein kleines Fort, das sich als weiteres Hinderniß gegen die türkischen Ranbschaaren geltend machte.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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