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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 288 -
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288 so sieht es nur von weitem schön ans, besonders wenn es auf dem Rasen (Ms?c» — Spiel- plan) zu Hunderten Hand in Hand nach einer Liedweise den Neigen tanzt. Dem ungarischen Volke gelten rothe Wangen als schön, und auf weite Strecken hin findet man nicht so viele „schöne rothe Männer" und „schöne rothe Weiber" wie im Särközseg. Ist das die Race oder das Wasser, der Wem, das weiße Brot: wer wüßte es zu sagen? Vielleicht tragen alle vier Factoren dazu bei, und überdies noch ein fünfter, von dem schon einmal erwähnten Pater Ubaldus beobachteter: .Lonckimentum cidorum est una rubra bestia, «zuam bobriAÄ voeant, se6 mordet, sieut ^adc»Ius.° (Die Würze ihrer Speisen ist eine rothe Bestie, die sie dobriFa, Paprika, nennen und die beißt wie der Teufel.) Nun, die rubra destia ist noch reichlich vorhanden, auch an Wasser und Brot fehlt es nicht, den Wein jedoch liefern die Berge nicht mehr dazu. Und die „Race" ist unfruchtbar auf diesem fruchtbaren Boden. Ihre volkreicheren Ortschaften sind: O cseny, in der diphthongisirenden Mundart Eöcsöny genannt, und Decs mit einer schönen alten romanischen Kirche, die, laut der vorne angebrachten Inschrift, nach der Knrntzenverheerung (Aufstand des Dözsa) 1517 erneuert worden ist; in der Gemarkung von Decs befindet sich eine Bnrgstätte, Namens Lte-vür, das einzige Andenken des Feldherrn Ete, der von Ärpäd diesen Land- strich zum Geschenk erhalten; weiter unten P i l i s und Nyek, endlich am untersten Ende des Comitats das schon erwähnte Bäta . Am Rande des Särközseg, schon fast am Fnße der Berge, liegt das breitstraßige Bättaßek, das sammt den umliegenden Ortschaften Besitzthum des Theresiannms ist und auch als dessen Herrschaftssitz dient. In der Nähe von Bättaßek, längs der in Windungen nach Bonyhäd ziehenden Eisenbahn, liegt rechterhand in stillem Thale verborgen ein ruhiges Asyl für müde Seelen und eine freundliche Herberge vorsprechender Wanderer: Kloster Gräbocz; es ist das einzige Kloster der Griechisch-Nichtuuirten in einem solchen Comitate dieses Landes- theiles, in dem jenes Bekenntniß, mit Ausnahme von Medina, fast gar keine Anhänger mehr hat. Das Kloster liegt im Schatten des Oriäshegy (Riesenberg), der aber nur in Tolna als riesig gelten kann, da er nicht über 300 Meter hoch ist. Das Kloster wurde vom Szegzärder Abt Merey erbaut. Wenig weiter, rechts des Schienenstranges, liegen Thal und Ruine Czikö-Szöplak, wo ein Theil der Geschichtschreiber Czikador, die berühmte Abtei der Zirczer sucht, während die Übrigen es richtig dicht neben Bättaßek versetzen. Ob hier, ob dort, nnter den Mauern dieser Abtei wurde die blutige Schlacht zwischen Johannes Huuyadi und dem Anhänger der Königin Elisabeth, Ladislaus Gara, geschlagen; der gänzlich geschlagene Gara mnßte sein Heil in eiliger Flucht nach Gran suchen. In diesem ganzen Landestheile ist die Zahl der gebundenen Güter sehr groß. Im Süden liegen die Battaßeker Herrschaft des Theresiannms und die Szegzärder Herrschaft des Universitätsfonds. In der Mitte folgen die Pakser und Duua-Szeut-Györgyer Güter
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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