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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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300 Es ist ein Comitat ohne Städte, selbst noch in halbvergangener Zeit. In der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts besaß das ganze schöne Comitat noch keine einzige Stadt. Das Recht der eigenen Behörde hatte keine einzige Ortschaft, denn mit Ausnahme einiger kleiner Nester des niederen Adels standen sie alle unter gutsherrschaftlicher Gewalt; auch erreichte keine die Zahl von 3.000 Seelen oder mit einzelnen Ausnahmen auch nur die von 1000. Seine Märkte, an drei Ecken seines Gebietes gelegen, sind Fünfkirchen, Veszprem und besonders Kanizsa, aber alle lagen außerhalb des Comitats. Blos die Sitze der größeren Herrschaften, mit den Wirthschaftswohnungen, den unter ihrem Schutze stehenden, auf eine bestimmte Anzahl beschränkten Juden uud drei oder vier öffentlichen Jahrmärkten zeigten ein gewisses städtisches Ansehen, mit Marktgelegenheit. Es ist ein Comitat ohne Steine, an seiner ganzen Oberfläche zeigt sich keinerlei festeres Gebilde. Sein gelber und schwarzer Lehmboden ist durch eine lange und breite Sandfläche eutzwei geschnitten, die sich von der großen Au des Plattensee's südwärts bis an die Drau erstreckt. Es ist ein waldreiches Comitat. Beinahe ein Drittel seines Gebiets ist mit Waldungen bedeckt. Noch jetzt gilt das Sprüchlein: nicht die Wälder liegen in Somogy, sondern Somogy liegt in den Wäldern. Es ist ein Comitat, das eine ebene Fläche bildet. Scheinbar wenigstens, denn eigentlich ist es eine Hochebene, wie die Wissenschaft das nennt, und ein buckliges oder holperiges Land, wie das Volk sagt; eine flache hohe Ebene in der Mitte des Comitats und dann eine wellig-hüglige Fläche gegen die mehr bergigen Striche hin. Denn Somogy hat auch Berge und die Ebenen sind durch die in den drei Ecken des Comitats befindlichen drei Berggruppen umfaßt, doch sind diese mit Wald und Weingärten bedeckten Höhen im Allgemeinen niedrig; nur wenige steigen zu anmnthigen Kuppen oder Gipfeln empor und wenige kommen einer Höhe von 300 Metern nahe oder wachsen gar über sie hinaus. Der Ursprung des Namens Somogy ist unsicher. Ob er von dem Personennamen „Soma" herzuleiten sei oder von einem slavischen Worte, welches Wald bedeutet, oder von der herben Frucht der Kornelkirsche (svm), wäre schwer zu entscheiden. Möglich, daß das Wort darin tändelt. Auch berufen sich die Freunde dieser Wortableitung auf die mannsdicken, vielhundertjährigen Kornelkirschbäume, welche hier und dort und besonders in der Gegend von Somogyvär, der einstigen Burg des Comitats, noch jetzt zu sehen sind. Diese nämliche Theorie ist in einem sprichwörtlich gewordenen Versepaar aus- gedrückt, worin das Volk des schönen Comitats der Welt in ungünstigem Lichte dargestellt wurde. Ein seinerzeit vortreffliches Lehrbuch, der ,Hürmas Xislükür« (Dreifache kleine Spiegel), der achtzig Jahre lang die Herrschaft führte und dessen Behauptungen ins
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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