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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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340 begründen hatte. Der königliche Schntz und reiche Schenkungen, der Eifer hervorragender Bischöfe für Wissenschaft und Kunst, der dauernde Friede, dessen das ganze Comitat sich unter den Arpäden und Aujous erfreuen durfte, wirkten bei der Entwicklung der Stadt zusammen. Bonfin scheint nicht zu übertreiben, wenn er sie opulsntissiina civitas (sehr reiche Stadt) nennt. Die Könige besuchten sie gerne und unterhielten und beriethen sich mit den Kircheufürsteu, die sie oft zu Rathgebern in auswärtigen Angelegenheiten, zu Friedensstiftern und Brautwerbern erkoren. Der Überlieferung nach waren Stefan der Heilige und sein Sohn in Fünfkirchen, uud hier wurde auch dem leichtsinnigen Salomon die schwankende Krone aufgesetzt. Hier pflauzt Ludwig der Große mit schwertgewohnter Hand einen Oelbanm, der zweihundert Jahre lang Blüten und Früchte trägt, um dann, am Tage von Mohärs, vor Blut uud Feuer zu verdorren. Hier schlägt Sigismnnd mit blutiger Hand seine Feinde zu Bodeu uud läßt sie viertheileu. Hier ehrt der ruhmvolle Geist Matthias' dieMuse im bischöflichenDichter von Fünfkirchen; hierher zieht sich Johann Corvin mit seinen Enttäuschungen zurück und läßt sich von seinen guten Freunden dessen berauben, was der Feind ihm noch gelassen; hier ist der arme Wladislaw Gast des reichen Sigismuud Hampö, der Schätze zusammenscharrt, um sie später für die Befreiung seines Vaterlandes zu verschwenden. Hier sammelt Philipp More seine Studenten und führt sie nach Mohäcs, dem Grabe zu. Und damit sind die Jahrhunderte des Friedens vorbei; von da an wird die Geschichte Fünskirchens mit Blut uud Ruß geschrieben. Der Türke setzt sich hier fest, fester als iu Ofen, uud vertheidigt es bis aufs Blut, nicht minder entschlossen als Ofen. Er weiß wohl, warnm, denn nach gleichzeitigen Briefen gibt es hier zu jener Zeit über 2000 Kaufladen. Dann läßt er es verödet liegeu, ohne es jedoch erschöpfen zu können; schon nach zwanzig Jahren (1704) finden die Knrutzeu geuug zu brandschatzen; Pistolen, Kalpags, Csizmen, Mäntel, Alles gleich viertausendfach; und für die Offiziere Scharlachleder, Pardel- und Wolfsfelle, überdies 50.000 Gulden. Das Alles fordern sie von Füuskirchen, und da die Stadt weder das, «och sich selbst ausliefern kann, besetzen sie dieselbe. Nach sechs Wochen werden sie durch Herbersteiu vertrieben, dessen Soldateska aber sengt und mordet, was uoch der Türke übrig gelassen und der Knrntze geschont hat. Und was da nicht verblutete, das wurde vier Jahre später von der Pest hinweggerafft. Was 500 Friedensjahre geschaffen, wnrde durch 200jährigen Mord uud Brand vernichtet. Doch Fünfkirchen ging nicht uuter. Nerzes piokunäo, pulduior overut (Versenke es in die Tiefe, schöner taucht es wieder auf), sagt Horaz von Rom — und es paßt auch auf Fünfkirchen. Selbstverständlich haben Fünskirchens Bischöfe das größte Verdienst um seiu Empor- kommen; in ihrer Reihe wechseln Heilige, Selige, Gelehrte, Diplomaten und Feldherren ab.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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