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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 359 -
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359 nicht etwa vor dem Türken hieher (in den Rachen des Türken!), sondern es war der Jnstinct der Zusammengehörigkeit durch Race und Religion, der sie herüberzog. Nach den Magyaren sind an Zahl die Deutschen die stärksten; in Somogy wohnen sie zerstreut und nur in wenigen Gemeinden, in Tolna und Baranya dagegen besetzten sie ein fest zusammenhängendes Gebiet auf jenem bandartigen Streifen, der sich zwischen den Meridianen 36° 10' und 36° 20' von Simontornya bis Därda hinabzieht. Sie sind ein sparsamer, fleißiger, fruchtbarer und umgreifender Schlag, der seinen Boden gut bebaut. Der stattliche griechisch-orientalische Serbe und der freundliche Schokatze, dieser beste Gevatter des Magyaren, der in jedem Dorfe ein Haus, das heißt einen Bekannten hat, mit dem er in Gastfreundschaft lebt (das römische kospitium), haben sich nach Vertreibung der Türken an der Donau und Drau niedergelassen; sie sind nicht so widerstandsfähig, als es scheint, und wo sie mit anderen Stämmen vermischt leben, nimmt ihre Zahl ab oder sie verschmelzen mit jenen. Auch die Geschichte der drei Komitate in der Meesekgegend ist von einem Gesichts- punkte aus einzig. Seit Kupas Aufstand kannten sie 500 Jahre lang keinen Krieg. In diesem Lande des Friedens fanden, die Alles verloren hatten, ein Salomon, ein Bela der Blinde, ihre Ruhe; Flüchtigen und Verfolgten, wie auch siegesmüden Königen bot sich Erholung. Ihre treuen Diener, ihre Verwandten belohnten sie hier durch Dotationen und Gespanschaften. Während rings an den Grenzen Deutsche, Cechen und Tataren hausten, im Innern aber aufrührerische Kumaueu und Magnaten tobten, ließ hier der Friede Cultur und Wissenschaft gedeihen und das Volk sich mehren. Schrecklich sollte es sich wenden. Die reichen Ebenen wurden Schlachtfelder, in den Thälern floß nicht Milch und Honig mehr, sondern Blut, fast zwei Jahrhunderte lang. Die türkische Fluth durchbrach bei Bellye den Damm uud theilte sich dort in zwei Arme, die das Land überschwemmten. Von da an iter est bellis, quoties kortunu lueessit. . . (1>uc.)" (Dies ist die Bahn der Kriege, so oft Fortuna uns neidisch). Die Bahn der Kriege. Schon die Römer haben sie gebahnt; hier zog ihre Straße von Aquiucnm nach Syrmium, für die sie unterhalb Bellye's eine stehende Brücke bauten. Die Fläche vor dem einstmaligen Brückenkopf heißt beim Volke noch jetzt „Weg der Heere" (Iiuclak ulju) und die noch sichtbaren Spuren der einst 10 Klafter breiten und 10 Klafter hohen Heerstraße heißen „Teufelsweg" (öräüA utju). Zwar nicht auf den Spuren, doch in der Richtung dieser alten Straße ließ Maria Theresia auf 20 Meter breiter Sohle die viereinhalb Kilometer lange uud durchschnittlich dreieinhalb Meter hohe Kuuststraße erbauen, an deren Ende ein mit den Bildnissen der Königin und Kaiser Josefs geschmückter Jnschriftstein steht. Auch Suleymau ließ hier seine Brücke schlagen, die dann ein ständiger strategischer Punkt der türkischen Angriffe blieb und deren Verbrennung (1660) die größte
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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