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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 408 -
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408 Als der See noch mehr Wasser hatte, war er auch fischreich. Er führte meist Karpfen und Karauschen, weniger Hechte und Barsche; Weißfische waren so massenhaft, daß man Schweine damit fütterte. Der Fischfang geschah meist mit dem sogenannten „Kiirtö", einer originellen Vorrichtung, welche auch die deutschen Fischer den magyarischen entlehnt haben. Nirgends in Ungarn wurden diese Fischfallen aus Rohrgeflecht so geschickt hergestellt, als in der Gegend von Schrollen (Sarröd), Szeplak nnd Heiligenstein (Hegykö). In ungeheuren Schwärmen kamen auch die Wasservögel an den See. Diesem und den Hansäg-Sümpfen verdankte es das Ödenbnrger Comitat, daß es von den 330 Vogelarteu Ungarns 250 aufzuweisen hatte. Seither ist das Alles anders geworden; Fische gibt es keine und auch Vogelarten nur wenige. Am hänfigsten ist noch die Wildgans ((!inerous und Le^elum), deren riesige Schwärme jedoch dem Ackerbesitzer nicht willkommen sind. Den einzigen Nutze» bietet die Rohrernte; vou der Rohrfabrik zu Eszterhäza geheu viele Wagenladungen nach Deutsch- land. Die jungen Triebe des Rohres werden auch als Viehfutter benützt. An Wild ist der Hansäg noch immer reich. In den ungeheuren Röhrichtstrecken brüten die Wasservögel zu Tausenden, so uisten Schaaren von Silberreihern in dem sogenannten „Aranyos"-Theile des Han, zwischen Kapnvär und Csorna, was jetzt in Ungarn eine Seltenheit ist. Im dortigen Erlenwalde (Egererdö) gibt es viele Hirsche, die bis an die Brust im Wasser watend ihre Nahrung suchen, während der Nachwuchs auf erhöhterem Boden weilt. Auch die Wildkatze kommt hier noch vor und die Fischotter ist häusig. Im erwähnten Walde wurde 1747 Hany Jstök, dieses räthselhafte verwilderte Kind gefangen, dessen Bild im Schlosse Eszterhäza zu sehen ist. Nach dem Matrikelbuch von Kapnvär mag es acht Jahre alt gewesen sein, als es aus dem Wasser geholt wurde, wo es sich vou Fröschen und Fischen nährte und überaus geschickt schwamm. Es wurde im Schlosse als Küchenjunge verwendet, nach einem Jahre aber, als es schon sprechen konnte und sich auch einigermaßen an Kleider gewöhnt hatte, war es wieder spurlos verschwunden. Die Durchstechung des Hansäg mit einem großen Kanal wird die Wasser ableiten und dann auch dort Alles ändern. Schon wird gepflügt und gesät, wo noch vor wenigen Jahren Wasser- und Sumpfvögel nisteten. Einzelne Lichtnngen nennt man Seen (auch backen); so liegt im Wieselburger Han der Loblöer See und am Ostraude des Ödenbnrger Comitats, nördlich der Eisenbahn der an Wasserwild überreiche Borbaeser See. Unter den meist ausgetrockneten Teichen längs des Neusiedler See's ist schon wegen ihres Namens die ehemalige „Hexenschwemme" in der Heiligensteiner Gemarknng zn erwähnen. Schon in alter Zeit wurden im Hansäg Regnlirnngskanäle und Dämme angelegt. So ließ die Witwe Thomas Nädasdy im XVI. Jahrhundert einen Kanal zur Ableitung des Rabnitzwassers anlegen. Dnrch Kanäle wurden namentlich die in den Hansäg
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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