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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 413 -
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413 Mehr als die Hälfte (50 56 Procent) des Comitatsgebiets ist Ackerland, was 283.443 Katastraljoch entspricht, da das ganze Coinitat 3,307'19 Quadratkilometer 560 608 Katastraljoch ausmacht. Das Meiste davon liegt in der Raaban. Unter den Getreidearten steht der Herbstweizen voran; die Gerste kommt an Güte der mährischen gleich, der Roggen ist gleichfalls vorzüglich. Mit Zuckerrüben, einem wichtigen Prodnet des Comitats, sind an 20.000 Joch bepflanzt, was jährlich 2'5 Millionen Metercentner abwirft. Die Kartoffelernte ist auf sandigem Hügelboden vortrefflich und trägt den Landwirthen mehr als selbst der Weizen; Hanptmarkt dafür ist Niederösterreich. Die Wiesen machen 8 61, die Weiden 7 84 Procent des ganzen Gebiets aus. Röhricht uud uufruchtbares Land sind immer noch 9 47 Procent, doch ist der Rohrhandel einträglich und besonders in harten Wintern tummeln sich Hunderte auf den gefrorenen Sümpfeu des Hansäg, um Rohr zu schneiden. Der Viehzucht nach gehört das Ödenbnrger Comitat zu den ersten des Landes, sie hat besonders in der Neuzeit eiuen großen Aufschwung genommen. Die Rindviehzucht hat sich in zwei Richtungen entwickelt: für Zng- und Mastvieh. Die Mästerei steht in enger Verbindung mit der Zuckerindustrie. Die neuerdings aufgestellten Stierzuchtstationen sind der Viehzucht sehr förderlich. Solche gibt es jetzt fünf: auf der Puszta Szil, iu Pötschiug (Peeseuyed), Kapuvär, Csernelhäza und Sägh; eine sechste wird in Györö eingerichtet. Die letzten zehn Jahre haben auch die Molkerei und Butterfabrikation in die Höhe gebracht. Der Viehhandel nimmt von Jahr zn Jahr zu. Zur Hebung der Pferdezucht gibt es eine gemeinsame Fohlenweide uud geregelte Pferderennen für Laudwirthe in Groß-Ziukeudorf (Nagy-Czeuk). Es wird ausschließlich das leichte ungarische Pferd gezüchtet. Die früher vernachlässigte Schweinezucht nimmt jetzt anch zu, wogegen die Schafzucht Jahr für Jahr zurückgeht. Die Geflügelzucht ist, wie der Eierhandel, Dank der Nähe Wiens, sehr lohnend. Die männliche Bevölkerung mehrerer Gemeinden handelt das ganze Jahr nnr mit diesen beiden Artikeln. Auf industriellem Gebiete ist zunächst die Zuckerfabrikation zu erwähnen mit fünf großen Fabriken: in Groß-Ziukeudorf, Wichs (Bük), Hierm (Fülßerfalva), Siegendorf (Czinfalva) nnd Petöhäza. Der Zucker wird meist ausgeführt. Auch die Artikel der Ödeu- burger Zucker-, Chocolade- uud Drageefabrik siud im Auslande gesucht; die Ödeuburger Malzfabrik arbeitet zunächst nach der Schweiz. Dampfmühlen waren Ende 1894 schon 20 in Thätigkeit. Auf dem Gebiete der Textilindustrie ist vor Allem die Seidenfabrik zu Wimpaffing (Vimpaez) zn erwähnen; die Jutefabrik und Spinnerei zu Neufeld (Lajta- Ujfalu) ist die größte derartige Anlage in Ungarn; die Ödenbnrger Blaufärbereien sind fast 100 Jahre alt und stehen auf eiuer sehr hoheu Stufe der Export- uud Concnrrenzfähigkeit. Die einst blühende Ödenbnrgcr Tuchfabrikation ist nur uoch durch eine Fabrik vertreten.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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