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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 436 -
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486 Sein Boden ist größtentheils flach; im nordwestlichen Theile, der die nördliche und östliche Ufergegend des Neusiedler Sees enthält, ist eine Strecke von den letzten Aus- läufern des Leithagebirges bedeckt, die jedoch bald zu Hügeln abschwellen und sich in die Ebene verlaufen. Außer dieser Hügelgegend und dem bei Kitsee (Köpcseny) befindlichen Berge ist das ganze Gebiet eine im Allgemeinen fruchtbare, doch holzarme Ebene, welche Wien Jahrhunderte lang mit Weizen und Heu versorgt hat und jetzt hauptsächlich mit Milch versieht, insofern allein von der Domäne des Erzherzogs Friedrich jährlich 5 Millionen Liter Milch nach Wien gebracht werden. Die Zahl der Gewässer ist nicht groß, wohl aber ihre Ergiebigkeit. Voran steht die Donau, welche die ganze nordöstliche Grenze des Comitats bespült, während die Rabnitz der südwestlichen Grenze entlang läuft und eine bedeutende Strecke der nord- westlichen Grenze durch den Neusiedler See gebildet wird. Das Innere des Comitats ist von der von Nordwest zu Südost fließenden Leitha durchschnitten, deren ganzer Unter- lauf hieher gehört. Im westlichen Theile des Comitats bedeckt der sumpfige Hansüg eine große Fläche. Über die Niveaugestaltung des Comitats ist noch zu bemerken, daß dessen Tiefebene 120 Meter über der Meeresfläche liegt, während das Durchschnittsniveau des Comitats 129 Meter beträgt. Das Parndorfer Plateau, dieser südöstliche Ausläufer des Leitha- gebirges, liegt 178 Meter hoch. Diese Hochfläche ist in ihrer ganzen Ausdehnung von sogenanntem Belvederekies bedeckt, der sich nördlich bis Edelsthal (Nemesvölgy) erstreckt. Bei Edelsthal zieht sich am Abhang des Berges eine fleckartige gelbliche oder bräunlich- graue, aus gröberem und sehr kalkigem Sandstein bestehende Ablagerung in westöstlicher Richtung hin, ein Gebilde, das nicht mehr dem Leithakalk, sondern den pannonischen Schichten jüngerer Bildung angehört, welche außer in Edelsthal und Umgebung noch in dem Gebiete zwischen Potz-Neusiedl, Neusiedl am See, Halbthurm (Föltorony), Nickelsdorf und Zurudorf vorkommt. Bei Neusiedl wurde 1865 in einer Tiefe von sieben Klafter eine kleine lignitartige Kohlenschichte von recht guter Qualität gefunden, die wahrscheinlich mit dem Lignit von Neufeld (Ujfalu) identisch und als dessen Fortsetzung zu betrachten ist. Die diluvialen Bildungen bestehen aus Sand, thonigem Sand, Löß und Kies, welche Bildung von Weiden und Nickelsdorf einerseits bis Podersdorf, Jllmitz, Pamhagen und St. Johann reicht, andrerseits die Gemarkungen von Zanig (Szolnok) und Szent- Miklös durchzieht. Der andere, kleinere Theil des Diluviums nimmt den Raum zwischen Kittsee, Pama (Körtvilyes) und Pallersdors ein. Der Löß macht sich besonders an den Rändern der Hochebene bemerklich und füllt die Vertiefungen aus. In Nickelsdorf ist er mehrere Meter stark; hier wurden auch die Knochenreste eines Rhinoceros gefunden.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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