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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 438 -
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438 Kroate sind in Wien ziemlich bekannte Figuren, sie sind die nach dem unbebauten Heide- boden benannten Heidebauern (Hadbaueru), welche geringschätzige Benennung jedoch durch ihre Wohlhabenheit und Intelligenz nicht gerechtfertigt wird. Umsoweniger als, seitdem im Verlauf der Zeitstürme der niedere magyarische Adel im Comitate untergegangen ist, an seiner Stelle die jetzige landwirthschastliche Bevölkerung herrscht, neben der nur große Domänen und kleine Häusler vorkommen, so daß der Mittelstand und Kleingrundbesitz sozusagen bloß durch dieses wohlhabende Völkchen vertreten erscheint. Das gebundene Grundeigenthum nimmt im Comitate einen großen Raum ein. Die Fideicommisse allein machen 20 89 Procent des Bodens aus. Es fallen nämlich von 351.656 Joch Grund- fläche 73.340 Joch auf Fideicommisse, darunter 24.534 Joch Ackerland. Das älteste Fideicommiß in Ungarn, daH Leonhard Karl Harrach'sche, wurde in diesem Comitat 1628 errichtet; 1695 folgte das fürstlich Paul Esterhäzy'sche; zuletzt errichtete 1878 Gräfin Heinrich Zichy, geborene Baronesse Irene Meskö, zu Gunsten des Grafen Jakob Zichy das Ragendorfer (Rajkaer) Fideicommiß. Inhaber des größten Fideicommiffes ist jedoch Erzherzog Friedrich, dessen Herrschaft in 13 Bezirke mit 26 Meierhöfen getheilt ist und 35.991 Joch, davon 43 7 Procent Ackerland, umfaßt. Allein auch der Besitz der Gemeinden und der Kleingrundbesitzer ist nicht gering; jene haben 26.838 Joch, also 7 64 Proceut des Comitatsgebiets iune, diese 22.632 Joch, also 6 45 Procent. Doch ist dabei zu bemerken, daß 63 Procent des Gemeindebesitzes nicht der Grundsteuer unterliegen und 59 58 Procent des Compossessorates Hutweide sind. Im Allgemeinen ist die Haupterwerbsquelle des Kleiugruudbesitzers der Getreide- bau. Im Durchschnitt des letzten Jahrzehnts spielen Weizen und Gerste die Hauptrolle; letztere ist theilweise auch zu Brauzwecken geeignet und die Jllmitzer Sorte hat auch bereits im Alföld Verbreitung gefunden. Mais und Roggen werden gleichermaßen gebaut, während auf die Knollen- und Wurzelgewächse weniger Gewicht gelegt wird. Der Betrieb ist im Allgemeinen mnstergiltig. Der Kleinbauer im Wieselburger Comitat hat zuerst die Säemaschine aufgegriffen und die Breitsaat kommt kaum mehr vor. Hier wurden im Genossenschaftswege die ersten Dampfdreschmaschinen angeschafft und die ersten besseren Reutern des Landes constrnirt. Auch Rebencultur ist vorhanden, doch gedeiht sie nicht mehr wie einst und beschränkt sich gegenwärtig auf 3.675 Joch. Den meisten Wein haben Gols (Gälos), Goys (Nynlas), Nensiedl am See (Nezsider), Weiden (Vedeny), Sasony (Winden) und Mönchhof (Barätfalu). Meist ist es Weißwein, doch keltern Winden und Weiden auch Dessertweine. Nensiedl und Winden haben auch eine starke Ausfuhr von Trauben, besonders nach dem Auslande. Die großen Weingärten der Uugarisch-Alteuburger Domäne in der Nähe des Neusiedler Sees lieferten den einst zu gutem Ruf gelangten „Goyser Seewein".
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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