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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 448 -
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448 den Plänen Director Essenweins, vom Germanischen Museum zu Nürnberg, durchführte und dazu durch vier Jahre 500 Gulden jährlich votirte. Das königl. ungarische Ministerium für Cultus und Unterricht wies für diese Arbeit ans dem Landesfonds zur Erhaltung der Kunstdenkmale gleichfalls einen größeren Betrag an, und so ist dieses herrliche Denk- mal romanischer Baukunst, dessen Capitäle namentlich einzig in der Architektur sind, seit her in voller Schönheit wiedererstanden. Fährt man von Ungarisch-Alteuburg auf der Preßburger Landstraße gegen Norden, so sieht man rechts den Marktau-Wald, weiterhin die grünen Flächen der Haupt- mannswiese (Kapitauyrit), hinter deneu der Uferwald, gegen Norden aber der größte Waldkomplex der Alteuburger Herrschaft, der „Lovar" erscheint; links streift man den Abschnitt Pfaffenwiese (Papret) und erreicht dauu die Gemeinde Pallersdorf (Bezeuye), die durch Gänsezucht bekannt ist. Der Ort ist aber auch archäologisch interessant, denn es wurden hier in einem der Gräber einer Begräbnißstätte der Völkerwanderungszeit jene beiden mit Runen verzierten silbernen Fibeln gefunden, die nicht nur für die Philologie und die Kenntniß der Runen, sondern auch in kulturgeschichtlicher Hinsicht große Wichtig- keit haben. Auf einer dieser Fibeln kommt ein Frauenname vor, das wohlbekannte germanische Godahid, auf der anderen liest man Ärsipodha und auf der Kehrseite Awunja (Wonne) und Segun (Segen). Diese Fibeln stammen nach Wimmer (Kopenhagen) aus den Jahren 700 bis 720, und zwar wurden sie vermuthlich aus Salzburg, wo der heilige Ruprecht zwischen 696 und 700 das Mönchskloster zu St. Peter und ein Nonnenkloster gegründet hatte, durch zwei fromme Nonnen an eine fern im Osten, im Avarenland wohnende christliche Schwester geschickt. Ist Pallersdorf vorbei, so erblickt man links einige Herrenhäuser inmitten ihrer Grundstücke, hinter denen sich der kleinste Abschnitt der Altenbnrger Domäne, die Marienau (Märialiget) erstreckt. Von ihren 1.842 Joch sind 265 mit Baumpslanzungeu und Alleen bedeckt, so daß diese Meierei einem umfangreichen Park gleicht, in dessen lebenden Hecken der Flieder herrlich blüht. Den prächtigen Platanenalleen entlang aber dehnen sich 88 Joch bewässerte Wiese, die erste Kunstwiese in Ungarn, außer der noch 20 Joch Rieselwiese vorhanden sind. Ragendorf (Rajka), mit 2.575 Einwohnern, ist Hauptort des gleichnamigen Bezirkes. Einstens wohnten hier die meisten dem niederen Adel angehörigen Familien des Eomitats, sie sind jedoch bis auf ganz wenige ausgestorben. Im Mittelalter floß die Donau so nahe vorbei, daß Ragendorf ein Hafenplatz war. Von der Landstraße abschwenkend, erreicht man das an der Donau gelegene Sarndorf (Csnny), wo ehedem gleichfalls viel niederer Adel wohnte, der aber spurlos verschwunden ist. Seine Gemarkung bildet einen Abschnitt der Henckel-Donnersmarck'schen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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