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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 464 -
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464 Die Große Donau ist der Sammelkaiial aller Gewässer des Raaber Comitats; sie bespült und durchschneidet theilweise auch dessen Gebiet von Äsväny bis unter- halb Gönyö, wobei sie mit dem von links her mündenden Csilizbach den „Csilizköz" (eine Art Insel) bildet, in dem sich sieben Dörfer und mehrere Pnßten des Comitats befinden. Der so überaus günstig gestaltete Boden mit seinen fischreichen Gewässern und wildreichen Wäldern reizte den Menschen schon sehr frühzeitig zur Beschlagnahme. Zufall und Forschung haben eine Menge Pfeilspitzen und Messerklingen aus Feuerstein, Bein- nnd Horngegenstände, Herdblöcke, steinerne Meißel, Hobel, Äxte, Hacken, Hämmer und Streitkolben an den Tag gefördert, lauter Zeugnisse, daß hier der Kampf ums Dasein schon in grauer Vorzeit begonnen hat. Die ältesten Bewohner waren vermuthlich Illyrer, deueu Kelten folgten; dann herrschte Rom auch hier einige Jahrhunderte lang. Mitte des V. Jahrhunderts war Attila der Gebieter; auf ihn folgten Germanen und dann zogen die Avaren auch diese Gegend in das Bereich ihrer Ringwälle. Die Avaren wurden durch die Fraukeu hinweg- gefegt, welche später nnter Karl dem Dicken mörderische Kämpfe gegen die mährischen Slaven bestanden. Als auch diese sauken, besetzte Ärpäd das Land uud schlug es zn dem bereits eroberten Reichsgebiet. Der größte Theil des Comitatsgebiets wurde fürstlicher Besitz und von Magyaren, die überall die Ebene liebten, besiedelt; neben ihnen ließen sich im westlichen Theile Petschenegen (dessen^») nieder, deren Spur noch im Namen des Dorfes Bezi erhalten ist. Die Raaber Gegend wurde durch ihre geographische Lage häufig der Schauplatz blutiger Kämpfe und wilder Verheerung. Zuerst blitzten hier feindliche deutsche Waffen. In der Nähe von Menfö schlug König Heinrich lll. im Jahre 1044 das Heer des Ungarkönigs Samuel. Sieben Jahre später erschien Heinrich wieder daselbst. Hier zog auch eiu großer Theil der Kreuzfahrer durch, die, obgleich keine Feinde, durch ihr massenhaftes Auftrete» eine Landplage wurden. Im Jahre 1241 wurde die Gegend durch den Babenberger Friedrich verheert, daun kam die furchtbare mongolische Woge und vernichtete Alles, was die Deutschen übrig gelassen. In den Jahren 1271 und 1273 plünderte hier der Böhme Ottokar, 1490 erschieueu die Heere Maximilians und einige Jahrzehnte später die Krieger des Halbmonds, welche auch nachher lauge Zeit die ständige Geißel dieser Landstriche waren. Um die Wette mit ihnen hausten oft genug Deutsche, Böhmen, Italiener und Wallonen.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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