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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 471 -
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471 ausgestorben war, an den Grafen Karl Hederväry-Khnen, den gegenwärtigen Banns von Kroatien, übergingen. Der Markt Hedervär bekam 1794 die Befuguiß vier Märkte abzuhalten. Seine Sehenswürdigkeit ist das Schloß mit prächtigem Park und darin dem berühmten Kout- Banm, in dessen Schatten nach der Überlieferung Stefan Kont seine Zusammenkünfte mit den Unzufriedene» gehalten haben soll. Das Schloß brannte vor einigen Jahren ab und verlor dabei einen Theil seiner reichen Sammlungen. Auf der Ebene südlich der Donau, im Osten der Szent-Märtoner Hügelkette, sind Pazmand, Mezö-Eörs und Per zu erwähnen. Päzmänd gehört den Szeghy, einem Zweige des Geschlechts Päzmän; die Herren von Eörs waren einst die Eörsy. Eörs hatte auch ein Schloß und ein Kloster, die jedoch spurlos verschwunden sind. Pör ist das reichste Dorf im Pnßtaer Bezirk des Comitats. Außer dem Pnßtaer Bezirk bilden noch Toköz, Szigetköz (Kl. Schütt), Csilizköz und der Sokoröaljaer Bezirk das Gebiet des Comitats, das zu den am dichtesten bevölkerten Theilen Ungarns gehört und dessen Bevölkerung, einige Hundert Deutsch-Ungarn abge- rechnet, in Sprache, Sitten und Lebensweise rein magyarisch ist. Das Volk ist der äußeren Erscheinung nach angenehm, sein Blick ist offen wie die Gegend, die es bewohut; Mäuner und Frauen sind oft auffallend schöne Gestalten. Die stattlichsten Burschen hat das Hügelland auszuweisen. Die Tracht hat magyarischen Schnitt und ist sehr hübsch. Sie tragen Dolmäny, Weste und Hosen aus Tuch oder leichterem Stoff, bei kaltem Wetter die Ärmeren den Szür, die Wohlhabenden die loh- braune Buuda. Die Kopfbedeckung ist im Sommer der Hut, im Winter die Kucsma. Auch die weibliche Tracht ist magyarisch, doch ahmen in den Dörfern um Raab so Manche die städtische Tracht nach. Ferner ist das Volk anständig, intelligent und sinnreich, religiöse Unduldsamkeit kommt nicht vor. Vom Aberglauben finden sich nur Spuren; so wird die Quacksalberei namentlich mittelst steinzeitlicher Geräthe betrieben, die man für Donner- keile hält; man glaubt, sie bohren sich beim Blitzschlag sieben Klafter tief in den Boden nnd steigen dann alljährlich um eine Klafter höher, bis sie im siebenten Jahre an die Oberfläche gelangen. Mit solchen Steinen pflegt der Landwirth seinem Vieh den kranken Körpertheil zu streichen. Und da die jungen Mädchen auch hier neugierig sind, fehlt es natürlich nicht an Andreastags-Fasten, Kartenaufschlageu und Bleigießen zur Weihnachtszeit. Die Gemüthsart des Volkes ist heiter. Es liebt Hochzeiten, Kirchweihseste, Sautänze, Namenstagsessen und theilt den Bissen gern mit Anderen. Seine Lustigkeit verläßt es selbst in der Zeit der schweren Arbeit nicht. Die Hauptzweige dieser Arbeit siud Ackerbau und Weinban, was in der Natur des Bodens begründet ist. Die Anfänge
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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