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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 485 -
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485 sind in dieser Gegend schon massenhaft ans Tageslicht gefördert worden. Särge, Münzen, Gebäudereste u. s. w. werden auch jetzt häufig gefunden. In dem Getümmel der Völkerwanderung, die dem Untergange des römischen Kaiser- reichs folgte, ging die Cultur dieser Gegend und mit ihr die blühenden Städte, zugrunde. Zuletzt siedelten sich längs der Donau zumeist slavische Völker an. Auf diese stießen dann die erobernden Magyaren, welche die ganze wasserreiche, schön bewaldete, von fruchtbaren Ebenen durchsetzte Gegend mit Beschlag belegten. Und seit dieser Zeit ist die Bevölkerung des Comitats sozusagen rein magyarisch. In der Tracht zeigt sich ein Streben nach Nettigkeit. Die Männer tragen einen hübschen Szür (Lodenmantel); Tuchhosen und Dolmäuy sind auch im Sommer gebräuchlich. Die Frauen tragen selten eine Haube; sie ziehen es vor, den Kopf mit einem schwarzen Seidentuch zu umbinden, das unter dem Ohre in einen Wickel gedreht und über der Stirne zur Masche gebunden wird. Rothe Stiefel und weiße Schürzen sind die Kennzeichen der Mädchen. Unter den Volksgebräuchen sticht die weit verbreitete Neigung hervor, Kindstaufschmäuse, Namenstage, das Weihnachtsfest n. dgl. recht geräuschvoll zu feiern. An vielen Orten ist die Sendung der sogenannten Brautschüssel (mätkatal) gebräuchlich. In dieser Brautschüssel pflegen die Mädchen einander rothe, verzierte Eier zu senden, und von diesem Augenblicke an führen sie den Titel „Braut". Nach dem Zeugniß der ältesten Urkunden war das Komorner Comitat schon unter den Ärpäden ein dicht bevölkerter Landstrich. Einzelne Gegenden darin weisen im XII. und XIII. Jahrhundert mehr Gemeinden aus als heutzutage. Die jetzigen Ortschaften führen ihren Ursprung größtentheils bis ans die Könige aus dem Hause Ärpäds zurück. Bis zum Anfang des XVII. Jahrhunderts hatten die Grenzen des Comitats eine ganz andere Gestalt und Ausdehnung als jetzt. Die jenseits der Donau gelegenen Bezirke von Totis und Gesztes hießen damals Raaber Bezirk und das an die Totiser Gegend stoßende beträchtliche Gebiet des Weißenburger Comitats gehörte zum Komorner Comitat. Wann sich diese alte Grenze geändert hat, ist unbekannt; das reiche Archiv des Comitats ist nämlich zu Beginn des vorigen Jahrhunderts verbrannt und nur das mit dem Jahre 1619 beginnende Protokoll erhalten geblieben, das aber über diesen Punkt nicht aufzuklären vermag. Es berichtet Alles in Allem nur, daß im Jahre 1753 der alte Raaber Bezirk in zwei Theile, die Bezirke von Totis und Gesztes, getheilt war. Der erstere enthält die östlichen, der letztere die an das Raaber Comitat stoßenden westlichen Theile des jenseits der Donau gelegenen Gebiets. Der bemerkenswertheste und schönste Ort des romantischen Totiser Bezirkes, wie überhaupt im jenseitigen Theile des Komorner Comitats, ist Totis-Tovaros (Tata-Töväros). Dieser aus zwei Gemeinden bestehende Marktflecken liegt etwa zwei Meilen von Komorn, am AbHange des Vertes-Gebirges. Im Osten und Süden ist er von
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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