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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 530 -
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530 — erfreut das Auge mit so zahlreichen Gattungen, daß die Flora des Weißeuburger Comitats als außerordentlich reich bezeichnet werden muß. Die Tanne kommt nur ausnahmsweise und künstlich gezogen vor, auch ist ihr Holz wegen der Breite ihrer Ringe mürb und nicht recht verwendbar; desto werthvoller aber sind die Buchen- und die schönen Eichenwälder, welche die vorherrschenden Bestände in den Waldungen des Comitats ausmachen. In den südlichen und sandigen Gegenden des Comitats kommt die Weide nebst anderen weichen Hölzern in größeren Mengen vor, sie werden aber auch hier immer mehr durch Akazienbestände verdrängt. Auch im Kreise des Thierreiches sind nicht nur die allgemeinen Bedingungen zur erfolgreichen Züchtung der landwirthschaftlichen Nutzthiere vorhanden, sondern auch der Wildbestand ist reich und mannigfaltig; bei geringer Wartung ist die Jagd nicht blos unterhaltend, sie wird zugleich nutzbringend. Besonders reich ist das Comitat an Federwild, so können sich mit ihm an Menge der Wachteln nur die südlichen Theile von Temes, an Waldschnepfen nur Kroatien, Zala und Somogy, an Rebhühnern nur die westlichen Grenzcomitate messen. Von größerem Wild kommen in den gebirgigen Gegenden das Wildschwein und Reh zahlreich, der Hirsch in ganzen Rudeln vor, und nicht nur die Zahl der Exemplare, sondern auch ihre Stattlichkeit, so namentlich bei den Hirschen die starken, massiven, mit großen Sprossen versehenen Geweihe, verleihen dem Wildstand des Comitats hohen Werth. Nur die Fische sind übel daran; für künstliche Fischzucht sind kanm die Vorbedingungen vorhanden, ihre natürliche Zucht aber hat, seitdem einzelne Seen entwässert sind, fast ganz aufgehört. Die heutige Bevölkerung des Weißenburger Comitats ist zum größten Theile ungarischer Zunge. Von jenen alten Völkerschaften, welche Pannonien vor der Einwanderung des magyarischen Elements bewohnten, konnte hier kaum etwas erhalte» bleiben. Zu Ende des IX. Jahrhunderts, als Ärpad mit seinen Völkern eindrang, ließ er selbst sich im Weißenburger Comitate nieder, das er für sein eigenes Geschlecht in Besitz nahm. Später machten sich da Petschenegen ansäßig, besonders im südlichen Theile des Comitats, und zu Ende des XIII. Jahrhunderts jener Theil des kumauischeu Volkes, der nicht in dichter Masse, sondern wie in mehreren Theilen des Landes, auch hier sporadisch angesiedelt wurde. Die Türkenherrschaft versprengte die mittelalterliche, magyarische Bevölkerung des Comitats und rottete sie dermaßen ans, daß vom alten Magyarenthnm nur noch Bruchstücke übrig blieben. Aus diesen überlebenden Elementen, die sich einestheils durch übersiedelte Magyaren aus den westlichen und oberungarischen Comitaten, andrerseits durch fremd- sprachige Volkssplitter vermehrten, entwickelte sich das neue Magyareuthum, das die jetzige Einwohnerschaft des Comitats bildet. Und bei alledem hat dieses Volk seine alte Eigenart und insbesondere die Urwüchsigkeit und Reinheit seiner Sprache bewahrt, die sich von der
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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