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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 535 -
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535 Verwandtschaft und „magyarischen Schwägerschaft", sondern dehnt den Genuß auch auf die weitschichtige Menge der Bekannten aus. Die anderweitigen Zusammenkünfte und Unterhaltungen werden immer seltener. Den lustigen Weiulesen hat die verheerende Phylloxera ein Ende gemacht; die einst an bestimmten Winterabenden gebräuchlichen Zusammenkünfte in den Spinnstubeu kommen nur noch selten vor, sie sind den Veränderungen im wirthschaftlichen Leben zum Opfer gefallen. Nur beim Kukuruzschleißen ist es noch Sitte, daß ein engerer Bekanntenkreis sich gegenseitig hilft nnd in heiterer Stimmung das den Schleißern von jeher zukommende bescheidene Abendbrot verzehrt. Statt der einst beliebten Zusammenkünfte dienen jetzt als eigentliche verbindende Klammern des geselligen Lebens die in großer Zahl entstandenen Lesevereine, Volksklubs, bürgerlichen Casiuos uud ähnliche Vereinigungen, die nicht nur durch zeitweise arraugirte Unterhaltungen auf breitere Volksschichten wirken, sondern auch ständige Brennpunkte der localen Gesellschaft sind, die an solchen Stätten die für den Ort und die Gegend wichtigen sozialen, kulturellen, wirthschaftlichen und gar oft auch politischen Fragen zu erörtern pflegt. Die wichtigsten Fragen sind für sämmtliche Schichten des Volkes die landwirth- schastlichen. Der größte Theil der Comitatsbevölkernng — 76 Procent — beschäftigt sich mit Laudwirthfchaft, und so ist es natürlich diese, deren Angelegenheiten dem täglichen Leben seine Richtung weisen. Handel und Gewerbe sind verhältnißmäßig ziemlich gut entwickelt, erlangen aber doch keine besondere Wichtigkeit. Die Nähe der Hauptstadt und die bequeme, rasche Verkehrsverbindung mit Wien bringen es mit sich, daß ein erheblicher Theil der gewerb- lichen Bedarfsartikel von der Hauptstadt, ja in beträchtlichem Maße von Wien her geliefert wird. Freilich haben gerade diese Verbindungen auch wieder den Einfluß, daß sie das Gewerbe der Provinz auf ein höheres Niveau steigern. In Stuhlweißenburg ist jeder Gewerbezweig durch treffliche, verläßliche, auf der Höhe der Zeit stehende Gewerbe- treibende vertreten und auch in einzelnen größeren Ortschaften des flachen Landes, so in Moor und Csäkvar, findet sich fast für jeden Gewerbezweig eine tüchtige ausübende Kraft. Über die Linie der localen Bedeutung hinaus können sich indeß alle diese Gewerbe- betriebe nicht erheben. Manche Gewerbezweige weisen zwar, je nach der Größe des localen Bedarfes, eine gedeihlichere Entwicklung auf; so die Csismenmacher in Stuhlweißenburg, die auch auf Lager arbeiten und auf den Wochenmärkten mit ihren aufgeschlagenen Zelten förmliche Lager bilden, denen sich noch die Zelte der die Czismen beschlagenden Schlosser anreihen. Allein auch diese Industrie kann, wenn man nicht etwa die für die Armee gelieferten Fußbekleidungen einzelner Gewerbslente ausnimmt, ebensowenig als das übrige Gewerbe sich über den Bedarfskreis der eigenen Gegend hinaus geltend machen.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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